Welterbe-Steuerungskomitee
Regensburg hat ein sogenanntes Steering Committe
Auftakttreffen des Regensburger Welterbe-Steuerungskomitees:
Pilotprojekt zur Abstimmung der baulichen Entwicklung im UNESCO Welterbe Altstadt Regensburg mit Stadtamhof
Am Mittwoch, 11. Februar 2009, tagte zum ersten Mal das Regensburger Welterbe-Steuerungskomitee, um die Verträglichkeit aktueller städtebaulicher Entwicklungsvorhaben in der Regensburger Welterbezone mit dem UNESCO-Welterbestatus zu prüfen.
Steering Committee – ein Pilotprojekt mit Vorbildcharakter Das Ensemble „Altstadt Regensburg mit Stadtamhof“ wurde 2006 bei der 30. UNESCO Sitzung in Vilnius/Litauen in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen. Noch in Vilnius kündigte ICOMOS (Internationaler Rat für Denkmalpflege) die Einrichtung eines Steuerungskomitees für Regensburg als innovative Schnittstelle zwischen der UNESCO und der Welterbestätte an. Die Einrichtung dieses Gremiums wurde vom UNESCO-Welterbezentrum in Paris ausdrücklich begrüßt und als Pilotprojekt mit Vorbildcharakter für die anderen Welterbestätten für eine Probezeit von zwei Jahren genehmigt.
Die Kommunikation zwischen den deutschen Welterbestätten und der UNESCO erfolgt bislang noch über lange und relativ umständliche Verwaltungswege. Grund hierfür sind die föderalen Strukturen in der Bundesrepublik mit der Kultushoheit der Bundesländer. Das Welterbe-Steuerungskomitee, das als integriertes Modell erstmals in Regensburg eingesetzt wird, soll dazu beitragen, Kommunikationswege zu straffen und gleichzeitig ein hohes Schutzniveau für die Welterbestätte zu gewährleisten.
Bei der Zusammensetzung des Gremiums wird ein integrierter Ansatz verfolgt: Zweimal im Jahr sollen Vertreter aller relevanten Verwaltungsebenen an einen Tisch gebracht werden, um mögliche Konflikte städtebaulicher Entwicklungsvorhaben mit dem Welterbe frühzeitig zu erkennen.
Auftakttreffen des Welterbe-Steuerungskomitees
Folgende Vertreter der einzelnen Institutionen konnten als Mitglieder für das Welterbe-Steuerungskomitee gewonnen werden: Dr. Josef Stulc (Vorsitzender des ICOMOS Nationalkomitees Tschechische Republik), Dr. Andreas Baur (Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst), Dr. Egon Johannes Greipl (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege), Dr. Birgitta Ringbeck (Delegierte der Kultusministerkonferenz beim Welterbekomitee der UNESCO) sowie Hofrat Univ. Prof. Dr. Wilfried Lipp (Präsident des ICOMOS Nationalkomitees Österreich).
Oberbürgermeister Hans Schaidinger und Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann durften am Vormittag die Teilnehmer zu einem Stadtrundgang begrüßen, bei dem die Standorte einzelner städtebaulicher Entwicklungsvorhaben besichtigt wurden, welche das Gremium in der anschließenden Sitzung im Hinblick auf ihre Verträglichkeit mit dem Welterbestatus beurteilen sollte.
Das Gremium wählte Hofrat Univ. Prof. Dr. Lipp zum Vorsitzenden und ernannte Dr. Birgitta Ringbeck zu seiner Stellvertreterin.
Beurteilung aktueller Bau- und Planungsvorhaben Das Welterbe-Steuerungskomitee informierte sich über laufende Projekte und gab wertvolle Hinweise für die weiteren Planungen. Neben den geplanten Baumaßnahmen am Donaumarkt und Arnulfsplatz stand auch die Standortuntersuchung des Regensburger Kultur- und Kongresszentrums am Ernst-Reuter-Platz auf der Tagesordnung der ersten Sitzung des Steering Committee. Weitere Planungen, die besprochen wurden, waren die Neugestaltung des Karmelitenhotels sowie die Umbaumaßnahmen am Parkhaus Dachauplatz.
Bildunterschrift:
von links nach rechts: Christine Schimpfermann (Planungs- und Baureferentin der Stadt Regensburg), Hans Schaidinger (Oberbürgermeister der Stadt Regensburg), Hofrat Univ. Prof. Dr. Wilfried Lipp (Präsident des ICOMOS Nationalkomitees Österreich), Dr. Birgitta Ringbeck (Delegierte der Kultusministerkonferenz beim Welterbekomitee der UNESCO), Klemens Unger (Kulturreferent der Stadt Regensburg), Matthias Ripp (Welterbekoordinator der Stadt Regensburg), Dr. Andreas Baur (Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst), Dr. Egon Johannes Greipl (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege).
18.02.09 - online redaktion
