„Schrei der Sonne“
Ausstellungseröffnung zum 10-jährigen Bestehen der Galerie St. Johann. Manfred Dinnes zeigt seinen Zyklus „Schrei der Sonne“.
Ausstellungseröffnung: ATELIER & GALERIE, St. Johann
Freitag, 17. Oktober 2008
DINNES - “Schrei der Sonne”
Im August 2008 entsteht „Schrei der Sonne - Kosmogonia (Κοσμογονία) 2008“, eine 6 Meter hohe Skulptur, die gleichzeitig ein Klangkörper ist. Diese Skulptur ist der Gang des Geistes durch die Schöpfung, hier und jetzt Gestalt geworden. Ihr Inhalt ist nicht Abbild von etwas sondern IST.
Bilder sind das Spiel des Geistes
Die sich im Spiel des Lichtes widerspiegeln (Prof. Manfred Dinnes)
„Der kleinste Stein noch, birgt jegliche Antwort in sich, welche dein Fragen umreißen könnte. Jeder Halm, jegliches Geziefer – eine Meereswoge. Der kleinste Teil von „Welt“ birgt alle Antworten, weil er Repräsentant von Welt ist, weil das Ganze in ihm wirkt. Verborgen bleibt nur das, von dem du nicht verstehst die richtige Frage zu formulieren. Dann legst du achtlos den Stein beiseite, ohne Bedauern zerquetscht die Blume unter deinem Fuß, eine Mücke stört – die Woge flößt Angst ein. Frage und Antwort sind filigrane Gebilde und die Richtung ihres Auftauchens ist im Voraus nicht zu ahnen. Wir sind in der Regel gewohnt, nur jenes anzufragen, von dem Antworten zu erwarten sind, die unser bisheriges Denken bestätigen. Erscheint uns eine Antwort unverständlich, so wird die Frage nicht revidiert. Nein – sie wird wiederholt, und wieder, und wird hinausgebrüllt: Dann breitet sich zuerst eine stille Leere aus wie bei einem Sog, der kurz bevorsteht. Schließlich erhalten wir verzerrte Gebilde wie bei einem Echo, welche wir fälschlicherweise für Antworten halten. Dabei sind sie nichts anderes, als verzerrte Fragmente unserer Frage, gebrochen von tausend Graten – unverständlich. An diesen Fragmenten ergötzen wir uns – glauben Antworten in Händen zu halten und dabei sind es nur Zerrbilder der eigenen Stagnation. Dieser Vorgang wiederholt und wiederholt sich, bis etwas „Drohend- Turmhaftes“ entsteht – ein Rätselturm. Dieser birgt keine einzige echte Antwort, besteht er doch nur aus den eigenen verzerrten Fragefragmenten. Aber er ist mächtig - dieser Rätselturm – und man vertraut ihm, weil an ihn geglaubt wird. Richtige Antworten liegen derweil überall – in jedem Stein, in jedem Blatt, in jedem Stern, der vom Himmel leuchtet...“ (dito)
4.10.08 - michael kroll
