Klattau: Leistungszeuntrum der Kunst
Die Ausstellung "X + X 08" zeigt in einer Überblicks-Schau hochrangige Arbeiten aus Westböhmen und Ostbayer.
In Klattau hat sich die Städtische Galerie "Zum Weissen Einhorn" in wahrhaft jesuitischem Eifer der Kunst der Zeitgenossen verschrieben. Nebenan, in der tatsächlichen Jesuitenkirche mit ihren Katakomben können Sie mumifizierte Kirchenmänner bewundern, in der schön restaurierten Galerie die avancierteste, frische Kunst Tschechiens. Klattau ist nicht Prag, das ist klar, aber zusammen mit seiner Kunst-Burg Klenova hat Marcel Fiser, der Direktor (tatkräftig unterstützt von seiner international versierten Chefkuratorin Edith Jerabkova), ein Leistungszentrum zeitgenössischer Kunst ersten Ranges etabliert.
Dort, in dieser aufgeladen avantgardistischen Umgebung der Kunst, mitten in der Kleinstadt Klatovy, im Hügelland des tschechischen Teils der Regiopolregion (Westböhmen / Ostbayern / Oberösterreich) findet derzeit auf zwei Etagen die Ausstelleung X + X 08 statt.
Nach Auskunft vieler Besucher und nach dem glückseligen Gesicht des Kurators Jürgen Huber zu urteilen, eine gelungene Überblicks-Schau bester Arbeiten aus Westböhmen und Ostbayern. Natürlich kann so ein Überblick nicht umfassend sein, sonst landet man ja wieder in der Unübersichtlichkeit, aber im selbstgewählten Rahmen der typisch ostbayerischen Kunst der SPUR-Nachfolge und ähnlicher Strömungen scheint eine fibrierende Ausstellung gelungen zu sein, mit reizvollen Gegenüberstellungen (z.b. Erwin Eisch mit Tilo Ettl und Irene Fastner) mit witzigen Bilderwänden zum Schmunzeln (Leo Schötz und Peter Engel), wie auch zum ästhetischen Genuss auf der Höhe der Zeit.
Kühl-intellektuell die tschechischen Künstler im zweiten Stock, mit Fotografie, Konzept, Installation. - Witzig, verschmitzt, naiv tuend, farbfroh und figurativ sind die deutschen Künstler, respektive ihre Werke.
Am 25.10.08, um 17 Uhr, wird im neuen Museumscafé "Weißes Einhorn" (gleich neben dem berühmten "Schwarzen Turm") der Katalog zur Ausstellung vorgestellt, mit Text- Beiträgen der Kuratoren Jerabkova und Huber.
Die Veranstalter, die KünstlerInnen und die Kuratoren würden sich sehr freuen, wenn Sie von dieser wirklich wunderbaren Ausstellung und dem so wichtigen internationalen Austausch der KünstlerInnen und ihrer künstlerischen Strategien berichten würden.
Es ist nicht nur wichtig, wie Heiner Riepl vom Schwandorfer Künstlerhaus nicht müde wird zu betonen, es lohnt sich. Und es macht Spass (sagt Huber).
(Quelle: Pressemitteilung Veranstalter)
4.10.08 - michael kroll
