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„Wir sind alle eine große Familie“

Kastelruther Spatzen-Fans sind anders. Obwohl alters- und herkunftsmäßig sehr verschieden, verbindet sie doch eines: Ihre Liebe zu einer Musik, die mitten aus dem Leben kommt. Sie verehren Norbert Rier und seine Mit-Musiker aus dem Südtiroler Kastelruth wie Helden. Wie Helden des Alltags, weil sie die Themen aufgreifen, die sie bewegen. So etwa, wenn der Spatzen-Sänger vor der weihnachtlichen Dorfkulisse die Geschichte vom Schulrat vorliest und wenn sich herausstellt, dass nicht Dienstgrad oder Titel, sondern „Hausverstand“ und Tatkraft zählen.

 „Kastelruther Weihnacht“ ist das Konzert betitelt zu dem die Fans aus allen Himmelsrichtungen in die Regensburger Donauarena so zahlreich strömen. Unter dem Konzertboden befindet sich noch das Eis der Eislaufarena und das Bühnenbild stellt einen winterlichen Dorfplatz dar, doch niemand friert. Denn spätestens wenn die ersten Akkorde erklingen wird dem Publikum warm ums Herz. Werden Sorgen und Schicksalsschläge vergessen, weil hier sieben Männer auf der Bühne stehen, die sagen „du bist nicht allein“.

 Und wenn Norbert Rier sein „Wir sind alle eine große Familie“ anstimmt, dann wird aus dem Publikum eine Gemeinschaft, dann wird das Gebot der christlichen Nächstenliebe zur Selbstverständlichkeit. Selbstverständlich ist beim Spatzen-Konzert auch, dass man dem Manager Helmut Brossmann kennt ihm von der Bühne herunter dankt und von den Rängen zuruft: „Helmut wir lieben Dich!“ Selbstverständlich ist bei einem Auftritt in Regensburg auch, dass man die Gäste aus dem Kreise des Papstbruders und Ex-Domspatzenchef Georg Ratzinger namentlich begrüßt. Und selbstverständlich sind die Fans begeistert …

 

 Monika und Horst
Also ich find’s schwer in Ordnung. Ich bin schon das zweite Mal auf einem Spatzenkonzert, das erste Mal haben wir sie in der Nähe von Kempten gesehen. Wir sind ja wegen Weinachten gekommen und freuen uns schon auf den zweiten Teil mit den Advents- und Weihnachtsliedern. Wir haben ja bestimmt zehn CDs von den Spatzen, aber die Weihnachtlieder, die haben wir eben noch nicht.

 

 

 

 Erika und Ottmar
Wir sind jetzt keine speziellen Kastelruther Fans, aber das Weihnachtskonzert, das hat uns schon sehr interessiert. Wir haben die Kastelruther Spatzen schon öfters gehört und wollten uns jetzt mal in Adventsstimmung versetzen lassen. Wir genießen auch ganz besonders die Vorweihnachtszeit. Toll finden wir die texte, denn sie sind wirklich tiefgründig und mitten aus dem leben gegriffen.

 

 

 

 Spatzen Fans aus Amberg
Die Blumensträuße haben wir mit dabei, die geben wir dann später auf die Bühne. Sieben Mal waren wir schon beim Konzert und waren immer begeistert. Die Konzerte sind echt spitze! Wir kommen immer zusammen und mein Sohn, der ist behindert, der mag den Norbert auch so gern. Das wär’ das Schönste für ihn, wenn er mal mit ihm singen dürfte. Wir haben den Spatzen schon geschrieben, im Internetforum sind wir auch immer und einen persönlichen Brief vom Norbert haben wir auch.

 

 

 Karin und Gerd
Wir hören die Kastelruther sehr gern und wenn die in der Nähe sind, in Ingolstadt oder Regensburg, dann gehen wir immer hin. Wir haben auch noch einen Wohnsitz in Südtirol bei Kastelruth und von daher kennen wir einige persönlich, da waren wir auch schon bei einem Konzert in Kastelruth selbst. Ich finde, dass die sich in den letzten zehn Jahren musikalisch unheimlich gesteigert haben. Von den Volksmusikgruppen sind sie die Besten! Und trotzdem sind die ganz normal geblieben. Wenn sie bei uns am Sonntag ins Haus kommen dann hören sie nur die Kastelruther, wir haben ein ganzes Schrankfach voll mit Kassetten.

 

 Ingrid und Albert
Ja wir sind richtige Fans und besuchen die Konzerte, mal in Nürnberg, mal hier. Am schönsten ist es natürlich im Oktober in Kastelruth, im Zelt ist halt immer eine Riesenstimmung. Beim 20-jährigen Spatzenfest waren wir auch. Auch schon bei Konzerten in Neumarkt – wir kommen ja aus Deining bei Neumarkt. So sieben, acht Mal haben wir die Kastelruther schon gesehen. Und das war immer gut!

 

 

 

Interview mit Norbert Rier

Norbert, du hast 1983 die Kastelruther Spatzen gegründet ...
1983 kam der erste Tonträger von 33 Tonträgern heraus, doch die Spatzen als Band gibt es schon länger.

Wie fühlst du dich nach 25 Jahren, die von so großem Erfolg gekrönt sind?
Ich glaube, es ist mir gelungen, immer noch der gleiche Mensch zu sein. Ich bin auch sehr dankbar für diesen Erfolg, den ich mir vor 25 Jahren nicht hätte träumen lassen.

Das Tourleben und das Privatleben, wie verträgt sich das?
Eher schlecht, weil wir doch viel unterwegs sind und gerade für die Zeit, als die Kinder klein waren, mache ich mir jetzt schon Vorwürfe. Aber der Erfolg fliegt einem nicht einfach zu und es hat eben auch alles seinen Preis. Mittlerweile lässt sich Beruf und Familie besser vereinbaren.

Dein Zuhause ist ja ein Bauernhof, wie muss man sich Norbert Rier da vorstellen?
Viele werden es nicht glauben, aber ich bewirtschafte den Hof wie ein ganz normaler Bauer. Wenn ich von Auftritten zurückkomme, dann kremple ich am nächsten Morgen die Ärmel hoch und stehe im Stall oder bin draußen bei den Viechern auf der Alm. Ich betreibe ja seit 1990 auf der Seiser Alm eine Haflingerzucht, meine Leidenschaft sind die Landwirtschaft und die Musik.

Lampenfieber, ist das noch ein Thema?
Anspannung ist vor jedem Konzert da, auch nach über 25 Jahren. Das muss auch so sein, denn wir wollen uns ja bei jedem Konzert von unserer besten Seite zeigen. Und nachdem wir alles live spielen und singen, bin ich bei den ersten Stücken schon aufgeregt: Wie reagiert das Publikum, wie läuft das Zusammenspiel, passt alles?

Welche Musik hörst du privat?
Ich höre mir eigentlich alles an, von Rock bis Klassik, ich bin da unvoreingenommen. Ich bin der Meinung es gibt keine schlechte Musik, nur Musik, die schlecht gemacht ist. Auch finde ich, hat niemand das recht zu sagen „diese Musik ist schlecht“, sondern „diese Musik gefällt mir nicht“. Ich mag Musik bei der ich entspannen und Kraft tanken kann.

Du bist mit dem Landesorden Tirol ausgezeichnet worden, wie war das für dich?
Das war eine meiner schönsten Auszeichnungen. Eigentlich kann man den Orden erst bekommen, wenn man über fünfzig ist, denn neben den Verdiensten um das Land, wird auch der Mensch, sein Umgang mit anderen ausgezeichnet. Dass ich diesen Orden bekommen habe, ehrt mich sehr.

Ein Interview mit dem Spatzen-Manager Helmut W. Brossmann findet Ihr hier [<]

 

9.12.08 - online redaktion

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