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Regensburger verzaubern Straubing

Während sich die meisten Besucher des Sonntag-Abend-Konzerts im Raven negativ zum Ausgang der Nichtraucherschutzabstimmung äußerten, begrüßten sie ihren eigenen „Volksentscheid“ mit viel Applaus: Das zahlreich erschienene Publikum konnte nämlich die Formation „Uncle Sally“ dazu überreden, ihren Auftritt gänzlich im Innenhof des Raven zu absolvieren. So wurde die Pause kurzerhand dazu genutzt, um Verstärker und Boxen von der Bühne ins Freie zu schaffen, und so wurde aus dem stimmigen auch noch ein stimmungsvoller Country-Abend.

Uncle SallyUlrike Dirschl und Martin Dietl waren erst kürzlich als Duo „Full Flavour“ im Raven und hatten eine Best- off-Auswahl unschlagbarer Songs im Gepäck. Ihren Auftritt wollten sie damals als Teaser für „Uncle Sally“ verstanden wissen. Und im Gegensatz zu manchem Film-Trailer hatte dieser Auftritt alle Erwartung aus dem musikalischen Vorgeschmack erfüllt. Gute-Laune-Musik mit guter Laune auf hohem Niveau vorgetragen, ein lauer Sommerabend, entspannte Biergarten-Atmosphäre – was will man mehr? Die Regensburger Formation „Uncle Sally“ machte in ihrem Konzert einen ziemlich lässigen Ausflug in das weite Feld der „American Roots Music“. Und das durchaus wörtlich: Country-Nummern, Bluegrass, Ragtime und Western Swing ließen an diesem Abend den American Dream von Freiheit und Abenteuer vor dem geistigen Auge aufblühen.

Wer die Augen schloss, konnte vielleicht Janis Joplin sehen, deren Proteststimme eine bessere Realität geschaffen hat und die diese nun besingt. Ulrike Dirschl hat eine starke Stimme und man nimmt ihr ihre Songs, die sie zusammen mit dem Saiten-Mann Martin Dietl auswählt, tatsächlich ab. Titel von Neil Young, Bob Dylan oder Dolly Parton werden von „Uncle Sally“, zu der noch Leo Heydecker (Schlagwerk), Thorsten Loher (Gitarre) und Peter Perzlmaier (Bass) gehören, stets mit einer positiven Grundstimmung interpretiert. Und so verschwindet auch aus Dylans „One more Cup of Coffee“ alles Melancholische. Die Songs bekommen so ein anderes Gesicht …

Besonders im zweiten Set gehen die beiden Gitarristen Loher und Dietl auf. Ob rhythmisch oder solistisch, alle Unsicherheit ist verschwunden und nur noch Spielfreude spürbar. Peter Perzlmaier macht am Bass einen soliden Job und gibt den Songs einen relaxten Drive. Leo Heydeckers Schlagwerk besteht zwar nur aus einer Snare und dem Cajon auf dem er sitzt, doch er beweist, dass ein guter Rhythmus auch mit wenig Handwerkszeug gehalten werden kann.

Mit dem Johnny Cash Titel „Ghost Riders In The Sky“ verabschiedeten sich die Regensburger aus Straubing. Und auch wenn Ulrike Dirschl, wie sie selbst betonte, nicht Dolly Parton ist, so wollen sicher nicht nur die Straubinger diese hoffnungsvolle „Uncle Sally“ bald wieder sehen – und vor allem hören!

 

7.07.10 - michael kroll

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