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Nachhaltige Förderung

Der Rahmen für die fünfte Verleihung des E.ON Bayern Kulturpreises hätte nicht besser gewählt sein können: Gut Immling im schönen Chiemgau ist selbst ein Ort der Kunst, Intendant Ludwig Baumann veranstaltet dort jährlich ein Opernfestival und fördert junge Musiker. Förderung ist auch das hintergründige Anliegen der E.ON Bayern AG, denn die Preise, die in den Sparten Kunst und Wissenschaft vergeben werden, sollen die Ausgezeichneten auf ihrem Weg bestärken.

Gut Immling wurde aber noch aus zwei weiteren Gründen zum symbolträchtigen Veranstaltungsort für die Verleihung des deutschlandweit höchstdotierten Kulturpreises. Die Nachhaltigkeit, die von Moderatorin Sabrina Staubitz charmant verpackt vom Energieunternehmen E.ON gefordert wurde, konnte hier förmlich gespürt werden: Bodenständigkeit, Tierliebe und Naturverbundenheit, Tradition, Disziplin und harte Arbeit, Muße und schöne Künste – die Bioenergie war gleich in mehrfacher Hinsicht präsent. Zum anderen stand der Festort auch für Bayern als Kultur-Flächenstaat. Denn wie Kunstminister Dr. Wolfgang Heubisch deutlich machte, ist in Bayern die hohe Kunst eben nicht nur in den Metropolen zu finden, sondern sie wächst und gedeiht auch in den Bezirken, Landkreisen – oftmals fernab der großstädtischen Zivilisation.

Schloss Maßbach mit seinem Fränkischen Theater ist solch ein Kulturträger. 1946 in Coburg von Lena Hutter und Oskar Ballhaus gegründet, spielt die private Bühne heute an über 300 Spieltag en für rund 70.000 Besucher Theater. Jeder der sieben bayerischen Bezirke schlägt einen Preisträger vor, auch das ein Zeichen für die flächendeckenden Kulturleistungen im Freistaat. Das Spektrum reicht von der Architektur – Brückner und Brückner, die ebenfalls auf den „flachen Land“ zu Ruhm gelangten – über die Bildende Kunst (Peter Engel, der auch den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg erhalten wird) zur Musik (die Harfenistin Evelyn Huber wurde ebenso wie das Vokalensemble Viva Voce und der Dirigent Jonathan Nott ausgezeichnet) und Literatur (die Grand Dame des Kinderbuchs Marlene Reidel).

Der Zahnmediziner und Betriebswirtschaftler Heubisch ist aber nicht nur Kunstminister, er ist der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Dass Kunst, Kultur, Wissenschaft und Forschung zusammengehören machte er vor seiner Laudatio auf Bob Ross mit seinem „Blechschaden“-Ensemble deutlich: „Ohne Kunst und Kultur gibt es keine Wissenschaft und Forschung!“ Folgerichtig werden von E.ON auch nicht nur Künstler und Studenten der Kunsthochschulen ausgezeichnet (Mamiko Takayanagi, Sabrina Wulff, Dominik Bernhard, Matthias Böhler, Andreas Mildner) sondern auch Doktoranden der Universitäten und Studenten der Hochschulen. Wie vielfältig und flächendeckend die bayerische Hochschullandschaft ist, zeigt sehr anschaulich eine Übersicht auf der Webseite des Staatsministerium (www.stmwfk.bayern.de [>]).

Während Künstler, insbesondere Theaterleute und Musiker, die große Bühne und das Publikum gewohnt sind, ist es ein weiterer Verdienst der Kulturpreisstifter die Wissenschaftler und Forscher aus ihren Laboren und Studiersälen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu holen. Es ist doch immer wieder erstaunlich in welchen Bereichen und in welchen Tiefen (oder sollte man besser sagen Höhen) die jungen Akademiker tätig sind, und es ist wahrlich kein leichtes Unterfangen für die Moderatorin, all die Titel der Diplom- und Doktorarbeiten vorzutragen. Gleichwohl kann das Fachchinesisch zum Quell der Inspiration werden, wie der frisch gebackene Preisträger Peter Engel bewies. In seiner kurzen Ansprache machte er ein überraschendes Angebot: „Nachdem ich die ganzen Titel der wissenschaftlichen Arbeiten gehört habe, möchte ich gern die eine oder andere illustrieren.“ Der Abend auf Gut Immling war also alles andere als eine trockene und humorlose Preisverleihung, was nicht zu Letzt der ausgezeichneten Küche und den musikalischen Einlagen der Preisträger sowie dreier Nachwuchstenöre geschuldet war.

(Fotos und Text: Michael Kroll, oben: Laudatorin Prof. Dr. Gisela Anton mit Sabrina Staubitz, mitte: "Familienfoto", unten: Quadro Nuevo mit Evelyn Huber)

Alle Preisträger auf www.eon-bayern.de [>]

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31.10.09 - michael kroll

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