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Für immer ewig

Er muss gehen. Immer und „ewig“. „Über sieben Brücken…“. Und ist dabei längst nur noch der „helle Schein“ – für tausende von Fans in der Regensburger Donauarena. In ganz Deutschland sind es Millionen, vor allem Anhängerinnen, die hinter Peter Maffay stehen und im letzten Herbst auch sein aktuelles Album „Ewig“ an die Spitze der Hitliste hievten. Songs aus diesem, vor kurzem in München mit Platin veredeltem Album stellte der populäre Sänger im ausverkauften Eisstadion vor, bevor es im letzten Teil des Konzertes mit alten Gassenhauern und Songs früherer Tage kein Halten mehr gab.

Peter MaffayDer anspruchsvolle, für manch Außenstehenden vielleicht sogar anmaßende und damit lächerliche Titel des neuen Albums präsentiert mustergültig den grenzenlosen Anspruch des „ewig jungen Rockers“ und sein gleichzeitiges Scheitern. Es ist diese unerschütterliche Maxime –  ,Greif nach den Sternen, auch wenn du weißt, dass es vielleicht nie gelingen kann’ – welche viel zur ungeheuren Popularität Maffays beiträgt. Damit hat er sich eine Treue und Beständigkeit unter seinen Fans ersungen und erspielt, die wohl „ewig“ gilt. Ja, die selbst persönliche und familiäre Katastrophen überdauert, weil sie Trost, Zuverlässigkeit und Aufrichtigkeit verspricht. Klaffen dabei Anspruch und Wirklichkeit auseinander, wenn Maffay beispielsweise energisch und mit emphatischer Hingabe „Du und ich für immer“ beschwört, obwohl er bereits mehrere Scheidungen hinter sich hat, untergräbt das keineswegs seine Glaubwürdigkeit. Ganz im Gegenteil, zeigt er doch damit seine eigene Fehlbarkeit und vermittelt das Gefühl auf gleicher Augenhöhe mit seinen Fans zu stehen - "Seht her, mit ergeht es auch nicht besser als euch".

Maffay nimmt seine Fans ernst. Ein ums andere Mal spricht er sie direkt an, nimmt sie mit ins große „Wir“ und beschwört mit großem Pathos „Ich will bei dir sein“. Es ist eine perfekte, runde Show mit druckvollem Rock`n´Roll, den gewohnt schnulzigen Balladen, bunten Bildern und den Ermutigungen, die in ihrer pubertären Kraft manchmal fast wie eine Erlösung, wie eine Befreiung aus den Unzulänglichkeiten und Stolpersteinen des Alltags wirken. „…mach die Leinen los, da draußen warten deine Träume…“ singt er, unterstützt von einer gut gelaunten Maffayband mit dem zurück gekehrten Carl Carlton in der Pose Keith Richards` an der Leadgitarre, in dem romantischen mittelschnellen Song „Der Mensch auf den du wartest“. Dabei spielt es keine Rolle, „…ob du König oder Bettler bist“ und dieses Versprechen nimmt Jede(r) aus der Donauarena mit nach Hause.

Verblüffte der kleine Sänger bereits zu Beginn das erwartungsvolle Publikum mit einem persönlichen Auftritt vor geschlossenem Bühnenvorhang, auf der die liegende „8“ Unendlichkeit verkörperte, präsentierte Maffay im mittleren Teil des zweieinhalbstündigen Konzertes alte Weggefährten und musikalische Gäste. Sehr zur Freude eines begeisterten Publikums, das die Soloeinlagen des Bluesgitarristen Frank Diez ebenso goutierte, wie den Saxofonisten John Smith aus Louisiana mit seinem warmen, vollen Ton auf dem Tenor. Tastenmeister Jean-Jacques Kravetz, einigen Fans vielleicht noch aus alten „Frumpy“-Tagen in bester Erinnerung, stellte sich mit eigenem Song, einer romantischen Ballade vor. Sein Sohn, Pascal Kravetz an der Gitarre, schnarrte einen Eric-Burdon-Song und Carlton verwies mit dem ganz gewaltig Rolling-Stones-inspirierten „Spoke on the wheel“ auf seine musikalischen Vorlieben.
Waren viele Fans schon gleich zu Beginn an die Bühne gestürmt, um ihr Idol mit Handyfotos festzuhalten, mitzuklatschen und zu singen, drehten viel im letzten Teil mit älteren Liedern noch einmal richtig auf. Ein vielstimmiger Chor, nicht immer ganz im Takt oder mit der richtigen Note, intonierte mit Hingabe „Über sieben Brücken musst du geh`n“, „Die Zeiten sind hart“ und andere Songs. Glücklich und mit neuem Pegel im Emotionshaushalt strömten schließlich die Tausende nach einigen Zugaben in die kalte, sternenglänzende Nacht.  

(Text: Michael Scheiner, Foto: Andreas Ortner)

 

5.02.09 - online redaktion

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