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Cineast, aufgepasst!

Das Coccodrillo THEATER! lädt mit der Uraufführung am Abend des 19. Novembers 2008 neue Zielgruppen ein. Das Maskentheater Moviestar spricht vor allem Kinobegeisterte und die, die es werden wollen an. Passend zum Beginn der 15. Regensburger Kurzfilmwoche bringt es uns auf die Pfade bekannter Kinoklassiker in ungewöhnlicher Interpretation.

Einen neuen Eindruck liefert schon der Zuschauerraum im Coccodrillo. Das Bühnenpodest wurde zur Zuschauertribüne umgebaut, von der aus das überaus zahlreich erschienene Publikum auf das ebenerdige Geschehen blickt. Derartig geerdet wie die Bühne, ist die Geschichte nicht. Sie hebt ab, entführt die Akteure und schließlich auch das Publikum auf ihre ganz eigene Art in andere Dimensionen, die der großen Kinoklassiker. Sie zeigt uns, wie diese das Leben ganz einfacher, alltäglicher Menschen beeinflussen und verändern können.

Doch nun zum Stück: Auf der „Piazza“ vor dem Eingang zu einem kleinen Kino mit rotem Samtvorhang, gibt es eine Kinotafel, eine Bank, einen Mülleimer. Doch welche seltsamen Gestalten schwirren da an uns vorbei? Durch das unter Fanfaren geöffnete Kinoportal tritt nacheinander ein müllender Rüpel, ein kopfschüttelnder Alter, ein popcornwerfendes Kind, ein verstohlener Dieb, eine aufreizende Lady mit ihrem aufdringlichen Verehrer und der schüchterne Kinobetreiber nebst pink dekorierter verklemmter Angebeteter.

All diese Personen werden mit Hilfe von Masken, passenden Kopfbedeckungen, verschiedenen Oberbekleidungen auf schwarzen Grundkostümen und natürlich mit treffender Gestik und Körperhaltung von nur einem Schauspielerpaar überzeugend dargestellt. Vassilikì Toùssa und Wolfgang Krebs waren nicht nur auf der Bühne zu sehen, sondern sind auch Ideengeber und Autoren des Maskentheaters.

Aus der Welt des Kinos nehmen die Figuren Inspiration zu ungeahnten Wendungen ihrer Persönlichkeit mit ins Leben hinaus. So wird aus dem peniblen Kinobetreiber, der sonst kein Popkornbrösel übersieht, begleitet von bekannten Filmmelodien, ein mutiger Geheimagent, der in einer Mission Impossible unterwegs ist, ein fechtender Musketier, ein Torrero, ein souveräner Kommissar ein Cowboy und schließlich ein hingebungsvoller Liebhaber. Begleitet von Publikumskommentaren „ach wie süß“, legt die scheue Verliebte einen feurigen Flamenco aufs Parkett: Szenenapplaus. Die Freunde des Happy End werden mit der verzwickten Paarbeziehung eines Rosenkavaliers und einer Lady befriedigt. Seine Siegerpose, als er es endlich geschafft hat die anspruchsvolle Dame zu erobern wird mit beipflichtendem Applaus belohnt.

Doch auch dass aller Glanz seine Schattenseiten hat, ist erkennbar. Ein kleiner Junge verkauft seine Spielsachen, um sich den Eintritt in die Traumwelt ermöglichen zu können. Doch seine besorgte Mutter zerrt ihn gleich wieder aus dem Film, der womöglich noch nicht für ihn geeignet ist. Und der Fleiß des Kinobetreibers, der riesen Filmrollen umherschleppt und immer wieder den Staubsauger anwirft, ist nötig, um die schillernde Welt aufrechtzuerhalten.  

Auch in der Pause gibt es Kinoflair, als die verteilten Süßigkeitentüten knistern. Nach dem obligatorischen „The End“ werden beim Applaus nicht nur die Darsteller, die nun auch ihre Gesichter zeigen, gewürdigt, sondern auch die hinter dem Bühnenvorhang auftauchenden Masken beklatscht.

„Das war wirklich gut“ ist aus dem Publikum zu vernehmen. „Eine ganz eigene Art von Pantomime“ fand ihren Zugang zum Zuschauer.

Die für Till Rickelts Regiearbeit bezeichnenden feinen Nuancen beim Erzählen von Geschichten, gaben den Ideen und der persönlichen Handschrift der Autoren und Darsteller, den entscheidenden Schliff.
(Bettina Hutterer)

Weitere Vorstellungen im November:
Fr 21., Sa 22.11., jeweils 19.30Uhr: Moviestar
So 23.11., 16.00Uhr: Lillis Zirkus
Im Januar:
Do 22.,Fr 23.,Sa 24.1.2009, jeweils 19.30Uhr: Moviestar
Coccodrillo - THEATER!
Bruderwöhrdstr.12
Kartentelefon: 0941/46 11 33 6
www.coccodrillo-theater.de

 

20.11.08 - online redaktion

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