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Wegbereiter der Moderne

Mit Hilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung erwirbt das Regensburger Museum 17 Werke aus einer privaten Stuttgarter Kunstsammlung. Der Erwerb einer bedeutenden Gemäldesammlung Adolf Hölzels (1853-1934) aus Stuttgarter Privatbesitz gelang dem Kunstforum mit Hilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung. Das Museum besitzt nun mit knapp 60 Werken eine der größten Sammlungen des frühen Protagonisten der Abstraktion und Wegbereiters der Moderne.

 Als Prolog zur Eröffnung der Retrospektive „Kaleidoskop. Hölzel in der Avantgarde“, die am 10. Juli in Stuttgart eröffnet und ab dem 29. November 2009 in veränderter Konzeption in Regensburg zu sehen sein wird, stellt das Kunstforum am 25. Juni ausgewählte Neuerwerbungen der Öffentlichkeit vor, die auch auf die Retrospektive gelangen. Die Schau, die in Kooperation mit dem Kunstmuseum Stuttgart entsteht, ist nach der Ausstellung „Corinth und die Geburt der Moderne“ ein weiterer Glanzpunkt in den temporären Ausstellungen des Kunstforums Ostdeutsche Galerie.

Der Ankauf
Acht Gemälde von Adolf Hölzel aus der namhaften Stuttgarter Privatsammlung Erich und Margarethe Schurr (genannt Sammlung Schurr) befinden sich seit der Eröffnung des Museums 1970 als Leihgaben im Kunstforum Ostdeutsche Galerie. Seit 2005 sind diese Werke in dem Raum „Wege zur Abstraktion“ ausgestellt, der eigens Adolf Hölzel gewidmet ist. Mit finanzieller Hilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung, München konnte nun Ende des Jahres 2008 aus der Sammlung Schurr das Gemälde, die „Hl. Ursula“ von 1914/15 erworben werden. Das Kunstforum selbst kaufte 2009 zusätzlich die „Grüne Anbetung“ von 1908, so dass zwei bedeutende Gemälde für die Stiftung Kunstforum Ostdeutsche Galerie gesichert werden konnten.

Die Schenkung der Erben Schurr
Im Gegenzug vermachten die Erben der Sammlung Schurr, die Geschwister Dr. Ursula Reinhardt und Helmut Schurr aus Stuttgart, dem Kunstforum eine beachtliche zweiteilige Schenkung. Sie besteht zum einen aus den sechs Hölzel-Werken, die sich bereits im Kunstforum befanden, sowie weiteren acht Gemälden und einer Zeichnung. Zum anderen gehören zur Schenkung auch sechs Gemälde von Ida Kerkovius (1879-1970), einer Meisterschülerin von Adolf Hölzel und ganz außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeit, die mit ihren Werken zwischen figuraler Expression und magischem Realismus wichtige Akzente in der deutschen Kunstgeschichte setzte. Auch diese Werke waren bereits seit 1970 als Leihgaben der Sammlung Schurr im Bestand des Regensburger Museums integriert. 2001 wurde die aus Riga stammende Künstlerin bereits mit einer großen Retrospektive gewürdigt.

Die Bedeutung des Neuerwerbs
Mit dem Neuerwerb besitzt das Kunstforum nun 16 Gemälde und 42 Grafiken von Adolf Hölzel und damit neben dem Kunstmuseum Stuttgart eine der größten Sammlungen des Künstlers. „Die repräsentative Querschnitt durch das Lebenswerk dieses außergewöhnlichen Malers, Grafikers und Theoretikers stellt eine große Bereicherung der Sammlung im Kunstforum dar“, erklärt Dr. Gerhard Leistner, wissenschaftlicher und künstlerischer Leiter des Kunstforums: „Ankauf und Schenkung sind aber auch eine glückliche Fügung vor dem Hintergrund der diesjährigen Retrospektive ‚Kaleidoskop. Hölzel in der Avantgarde’, in der zahlreiche Werke der ehemaligen Sammlung Schurr zu sehen sein werden.“

„Kaleidoskop. Hölzel in der Avantgarde“
Die Retrospektive „Kaleidoskop. Hölzel in der Avantgarde“, die in Zusammenarbeit zwischen dem Kunstmuseum Stuttgart und dem Kunstforum entsteht, wird am 10. Juli 2009 in Stuttgart eröffnet und in veränderter Konzeption ab dem 29. November in Regensburg zu sehen sein. Im Zentrum der Ausstellung steht Hölzels experimenteller Geist, der durch die Vielfalt seiner künstlerischen Mittel und Techniken Grundlagen einer völlig erneuerten Malerei schuf. Die Regensburger Station zeigt auf über 1.000 Quadratmetern mehr als 180 Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle, Pastelle und Glasfenster des Künstlers.

Katalog
Zur Ausstellung erscheint zum Preis von 29.90 Euro ein substantieller Katalog im Kehrer Verlag Heidelberg, herausgegeben von Marion Ackermann, Gerhard Leistner und Daniel Spanke (392 S., zahlr. Farbabb., mit Texten von Marion Ackermann, Alexander Klee, Gerhard Leistner, Michael Lingner, Karin von Maur, Annika Plank, Marco Pogacnik, Ulrich Röthke, Noemi Smolik, Daniel Spanke, Christoph Wagner, Peter Weibel und Roman Zieglgänsberger. Erhältlich ab Mitte Juli 2009 an der Museumskasse oder Tel. 0941 / 297 14 0; Fax. 0941 / 297 14 33) )

 

25.06.09 - online redaktion

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