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Wanderin zwischen Welten

Als „Wanderin zwischen den Welten“ wird sie hoch gelobt, verehrt und bejubelt. Die in der sowjetischen Republik Tuva geborene Sängerin und Stimmakrobatin Sainkho Namtchylak, kurz Sainkho, gehört zu den ungewöhnlichsten und aufregendsten Musikerinnen unserer Zeit. Mit uralten, aus dem Schamanismus des sibirisch-mongolischen Kulturkreises überlie-ferten Techniken hat sie gelernt zweistimmig zu singen. Einerseits erfindet sie damit wun-derbar anrührende Popsongs, entführt ihre Zuhörer aber auch in nie gehörte stimmliche Wel-ten und menschliche Klangempfindungen

 Souverän und musikalisch eigenständig bewegt sie sich zwischen traditioneller Folklore, Weltmusik, freiem Jazz, Pop und Improvisation. Wie wenig andere Sängerinnen geht sie bis in die tiefsten Abgründe und höchsten Gipfel der Musik und lotet die verstecktesten Ecken der menschlichen Stimme aus. Musikalisch poetisch, betörend, aber auch verstörend. Am Donnerstag, 12. März, 20 Uhr, gastiert Sainkho in der Reihe „hear east – jazzandmore“ im Kunstforum Ostdeutsche Galerie.


Noch während ihres Studiums in Moskau startet sie ihre internationale Karriere mit der Avantgarde-Band Tri-O. Erstmals tritt sie auf dem Jazzfestival in Münster und dem Luzerner Festival für zeitgenössische Musik auf. Sainkho bleibt im Westen und beginnt mit zahlreichen Musikern aus verschiedenen Genres zu arbeiten. Sie spielt und nimmt mit Peter Kowald, dem Harfenisten Andreas Vollenweider, Jan Gabarek, Wolfgang Muthspiel und der amerika-nischen Avantgardesängerin Shelley Hirsch auf. Seit Anfang der 90er Jahre widmet sie ihr Schaffen der Synthese traditioneller sibirischer Musik mit westlichen Musikstilen. Sie spielt Theater und in Filmen mit, eröffnete die documenta 1992, engagiert sich in zahllosen Projek-ten mit anderen Künstlern.


(Aus laut.de:) Zu Beginn des 21. Jahrhunderts setzt sie sich neben weiteren Theater- und Filmengagements verstärkt mit den kreativen Möglichkeiten von Computern und moder-ner Musikelektronik auseinander. Ihre Bemühungen münden 2004 in dem äußerst erfolgrei-chen Album „Who Stole The Sky?“. Die zehn Stücke des wirklich außergewöhnlichen und guten Albums verschmelzen westliche Clubmusikideale mit Elementen des (Free) Jazz und tuvinisch-asiatischer Folklore. Sainkho setzt damit einen weiteren Meilenstein in ihrer ab-wechslungsreichen Karriere, die zum Ziel immer die "Akzeptanz der unerwarteten Entde-ckungen zwischen Freiheit und Struktur, Uralt und Avantgarde" hat.

Künstler:
Sainkho (vocal, voice, electronics)
Eintritt: 12/14 € VVK an der Museumskasse, Tourist Regensburg, Mittelbayerischer Kartenvorverkauf im DEZ  (15/16 € Abendkasse)

(Text, Foto: Michael Scheiner)

 

12.02.09 - online redaktion

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