Vortragsreihe
Eine Vortragsreihe über den Orden der Jesuiten, die auf dem Bereich der Musik, Bildenden Kunst und Bildung sehr vieles geleistet haben, stellt drei Jubiläen ins Zentrum. Das Jubiläum des 300. Todestages des grandiosen Baumeisters und Freskanten Andrea Pozzo, 200 Jahre Aufhebung der Jesuiten-Niederlassung in Regensburg und die vielfältigen Beziehungen des Jesuitenstaats Paraguay zur Diözese Regensburg.
1534 gründete ein Freundeskreis um Ignatius von Loyola in Paris den Orden „die Gesellschaft Jesu“. Heute leben und wirken die Jesuiten in 125 Ländern. Eine Vortragsreihe im Diözesanmuseum Obermünster, Emmeramsplatz 1, beleuchtet von Oktober bis März 2009/2010 verschiedenste Aspekte ihres Wirkens, von der Kunst der Jesuiten bis zur Mission in Südamerika. Anlässe sind der 300. Todestag der Jesuitenbruders und Malers Andrea Pozzo, die Errichtung der ersten Jesuitensiedlung in Paraguay vor 400 Jahren und die Gründung des Münchner Jesuitenkollegs vor 450 Jahren.
Ins 17. Jahrhundert führt am Montag, 26. Oktober, um 20 Uhr der Vortrag „Der Jesuitenstaat in Paraguay“ von Prof. em. Dr. Peter Claus Hartmann, Universität Mainz. Ab 1610 hatten die Jesuiten unter den Indianern ein christliches Sozialsystem eingeführt. Auf diese Art konnten die Indianer in sogenannten Reduktionen unabhängig von den spanischen und portugiesischen Kolonialherren und in relativer Sicherheit leben. In einer anschaulichen Reisebeschreibung berichten der Südtiroler Pater Antonius Sepp S.J. und sein Mitbruder P. Antonius Böhm aus Amberg im Jahre 1696 über den so gen. „Jesuitenstaat“ als Akteure und Zeitzeugen.
„Die Bedeutung des Andrea Pozzo S.J. für den Kirchenbau des 18. Jahrhunderts nördlich der Alpen. Zum 300. Todestag des Jesuiten-Bruders“ heißt das Thema des nächsten Vortrags am 2. November um 20 Uhr. Prof. Dr. Heinrich Pfeiffer SJ, Universität Gregoriana in Rom, stellt das umfangreiche Werk des Malers, Architekten und Kunstschriftstellers vor. Andrea Pozzos (1642-1709) berühmtes Traktat über die Perspektive erschien in zwei Teilen 1693 und 1698 in Rom und erhielt in den folgenden Jahren deutsche, französische, englische und chinesische Übersetzungen. Ausgehend von der ersten Umgestaltung einer Jesuitenkirche in Mondovi lädt Prof. Pfeiffer seine Zuhörer nach S. Ignazio in Rom, die Universitätskirche am Ignaz-Seipel-Platz in Wien und die St. Nikolauskirche auf der Prager Kleinseite ein. Die weiteren Termine finden Sie im Internet unter www.bistumsmuseen-regensburg.de.
20.10.09 - peter lang
