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Auf Initiative des Vorsitzenden des Fördervereins des Krankenhauses Barmherzige Brüder, Reinhard Stegmaier, kommt es zu einer schönen und hoffentlich nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen dem Krankenhaus und dem Institut für Kunsterziehung der Universität Regensburg. Der Verein wollte für die Gestaltung der Räume des Krankenhauses junge Nachwuchskünstler gewinnen und die Möglichkeit einer öffentlichen Präsentation eröffnen.

Aus dieser Anfangsidee entwickelte sich ein vielschichtiges Projekt mit dem Titel Beziehungen, an dem sich Studierende und Lehrende der Universität Regensburg aus verschiedenen Fachrichtungen beteiligten. Neben dem bildnerischen Schwerpunkt fanden im Vorfeld Vorträge aus den Fächern Medizin, Theologie, Kunstgeschichte und Bildende Kunst statt. Zunächst ausgehend vom Begriff „Barmherzigkeit“ erweiterten Dozenten und Studierende bald diesen Begriff. Sie empfanden ihn als wenig präsent im neuzeitlichen Vokabular der Kommunikations- und Netzwerkgesellschaft und dehnten das Thema auf das Schlagwort Beziehungen aus. Das Projekt bot hervorragende Bedingungen, Bildkompetenzen bei den Beteiligten zu fördern: Zeit, Räume, Material und vor allem Betreuungs- und Beratungsleistung standen zur Erreichung eines konkreten Ziels – die Gestaltung einer eigenständigen bildnerischen Arbeit, die im öffentlichen Raum ausgestellt wird – zur Verfügung. Beste Rahmenbedingungen für Studierende, um in einen motivierten Schaffensprozess einzutreten. Innerhalb des so gesteckten äußeren und thematischen Rahmens entstanden Plastiken, Gemälde, Grafiken und Installationen zu den Themen Barmherzigkeit, Netzwerk der Gesellschaft, Beziehung zu sich selbst und menschliche Beziehung im vertrauten Umfeld. Und alle durchweg von herausragender Qualität. Die künftigen Ausstellungsräume – Krankenhausflure – vor Augen, sind Arbeiten mit hohem Sinnlichkeitsfaktor entstanden. Obzwar ein Ausstellungsraum „Krankenhaus“ für potenzielle Rezipienten eine Hemmschwelle bedeuten kann, wurden inhaltliche keine Kompromisse gemacht, wurde nicht einfach Gefälliges „produziert“. Bei vielen Exponaten werden uninformierte Betrachter staunen und würden nie vermuten, dass es sich um Arbeiten von Studierenden handelt. Für den akademischen Nachwuchs ist eine Ausstellung außerhalb universitärer Räume ein erster Schritt in die künstlerische Autonomie und ein Meilenstein in der künstlerischen Entwicklung. Die Leiterin des Projekts, Lehrstuhlinhaberin Prof. Birgit Eigelsperger über ihre Studentinnen und Studenten: „Die jungen Menschen, die sich hier präsentieren, waren bei der Seminarbelegung nicht auf der Suche nach günstigen Leistungspunkten für ihr Studium. Sie haben sich mit Begeisterung für die Sache weit über die Mindestanforderungen hinaus engagiert. Wir dürfen hier nicht vergessen, dass viele der Studierenden am Institut für Kunsterziehung später den Lehrerberuf ergreifen werden, und es ist uns ein fundamentales Anliegen, dass sie diese Begeisterung für sich persönlich am Leben erhalten und an die Schülerinnen und Schüler in Ausübung ihres Berufs weitergeben.“
Die Ausstellung wird ab 24. Juni auch in der Kunsthalle der Universität zu sehen sein.
Beziehungen
ab 6. Mai
Krankenhaus Barmherzige Brüder, Prüfeninger Straße 86 www.barmherzige-regensburg.de

 

26.04.10 - peter lang

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