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Verzaubern mit altbekannten Weisen

Das Vokalensemble „Singer Pur“ gab ein Weihnachtskonzert in der Niedermünsterkirche. Berichterstatter Michael Scheiner war überwältigt.


„Da haut´s dir glatt den Vogel raus“, kommentierte ein begeisterter Zuhörer.  Kür-zer und prägnanter lässt sich das Hochgefühl nach dem Weihnachtskonzert des Vo-kalensembles „Singer Pur“ in der Regensburger Niedermünsterkirche nicht beschrei-ben. Kurz vor Weihnachten gelang den Sängern Markus Zapp, Klaus Wenk, Manuel Warwitz (alle Tenor), Rainer Schneider-Waterberg (Bariton) und Marcus Schmidl (Bass) und ihrer Sopranistin Claudia Reinhard das Kunststück, von dem im Advent pausenlos die Rede ist: Ruhe einkehren zu lassen. Mit einem klug zusammengestell-ten Programm aus alten und neuen Liedern zur Weihnachtszeit und einem fast über-irdischen Klang verzauberten sie das Publikum im voll besetzten Kirchenschiff.
„Drei Schiffe sah ich segeln nach Bethlehem“ – nach dieser traditionellen engli-schen Weise war das 75-minütige Programm benannt. So lautet auch der Titel ihrer gleichnamigen, exquisiten CD mit Weihnachtsliedern, die wochenlang in den Klassik-Charts zu finden war. Das erfolgreiche Album, noch weit mehr aber das konzertante Erlebnis in einer würdevollen Umgebung wie der barockisierten Dompfarrkirche war ein geradewegs himmlischer Hörgenuss. Und Engel ließen Singer Pur mit Felix Men-delssohn-Bartholdys „Hark! The Herald angels sing!“ ja dann auch jubelnd erklingen. „In dulce jubilio“ gehörte ebenfalls zu den wenigen kräftig frohlockenden Liedern.
Ansonsten war die Stimmung geprägt von getragenen Melodien, feinsten dynami-schen Schattierungen und einer Innigkeit im Ausdruck, die direkt ins Herz ging. Beim ausklingenden „Kyrieleis“ des Adventsruf „Sei uns willkommen, Herr Christ“ schienen die Stimmen der Sechs losgelöst von den Körpern in der großen Apsis zu schweben. Selbst der leiseste Ton drang so, in der andächtigen Stille, noch bis in den letzten Winkel des romanischen Kirchenbaus. In wenigen, einfachen Modernisierungen der mehrstimmigen Arrangements klangen altbekannte Weisen wie „Der Heiland ist ge-boren“, „Stille Nacht, Heilige Nacht“ und „Schlaf mein Kindelein“ anheimelnd wohlver-traut und zugleich gänzlich klischeefrei. Ein Erlebnis voller Tiefe und Anrührung. In der Volksweise „Maria durch den Dornwald ging“ fand diese vorsichtige Erneuerung einen sanglichen und emotionalen Höhepunkt, imstande den Zuhörern das Wasser in die Augen zu treiben. Eine überwältigende Vorstellung an stimmlicher Klarheit, tief empfundenen Ausdruck und Transparenz.
Info: www.singerpur.de

(Bericht Michael Scheiner)

 

27.12.09 - peter lang

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