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Vernetzt!

Nach lokalen und regionalen Künstlerinnen und Künstler bespielen 2009 Kulturschaffende aus dem Fränkischen, vornehmlich aus Nürnberg und seinem Speckgürtel, das Kulturkleinod Sigismundkapelle. Unter dem Jahresmotto „vernetzt!“ hat die Kuratorin Ellen Kress – in Vertretung von Susanne Gatzka – Kreative aus dem angrenzenden Westen nach Regensburg eingeladen. Der Start mit Hjalmar Leander Weiss am vergangenen Freitag darf als gelungen bezeichnet werden. Eine extrem abwechslungsreiche Reihe ist für den Rest Jahres noch zu erwarten, neben „musikalischen“ und schamanischen Installationen wird auch der Konzeptkunst und Installation großer Raum gegeben, das rein Bildnerische machte nun den Anfang.

 Vernetzung, nicht nur regional und geografisch, auch spirituell und in einem touristischem Sinne, das will die 2009-Reihe in der Sigismundkapelle sein. Diese Prämisse ist mit Hjalmar Leander Weiss’ „Im Garten des Teemeisters“ voll erfüllt. Meditative Bilder, blätternde Farbschichten, holzschnittartige Konturen und streng geometrische Hängung, so wird in der Domstadt, im katholisch geprägten und protestantisch durchdrungenen Regensburg und in einer ehemals christlichen Kirche, Zen-Buddhismus gegenwärtig. Inspiriert vom „Kopfkissenbuch“ der Hofdame Sei Shonagon greift Hjalmar Leander Weiss aus Fürth erotische Zeichnungen aus dem alten Japan auf und setzt die schwarz-weißen Skizzen in Farbspektren. Farbaufträge in mehreren Schichten, die wiederum teilweise abgetragen werden, geben einen extrem kontrastierenden Rahmen für die streng-grafischen Traditions-Motive japanischer Malerei. So wird die Meditation, das Nachsinnen und Hintauchen Motiv nicht nur intensiviert, es überhöht das rein Dekorative in eine transzendente Ebene. Wie sinnfällig, Derartiges in einem profanierten Sakralbau zu präsentieren.
Zur Vernissage hatten sich wohl ob der klirrenden Kälte nur wenige Kunstinteressierte eingefunden, die angekündigte Werkeinführung durch Jürgen Huber entfiel, er weilte derweil in der Kulturhauptstadt Linz!

Hjalmar Leander Weiss
Geboren am 31.12.1958 in Würzburg
1985 Eintritt in die Akademie der Bildenen Künste Nürnberg; Studium der Malerei bei Ludwig Scharl und Georg Karl Pfahler
1990 Meisterschüler
1997 Vorsitz des Kulturrings C der Stadt Fürth
2000 Mitglied im Nürnberger „Kreis“
Ausstellungen des Künstlers waren außer im Fränkischen auch in Glasgow, Hamburg, Köln, Wiesbaden, Limoges, Palermo und vielen anderen Orten zu sehen.

„aus dem garten des teemeisters“
Hjalmar Leander Weiss

Ausstellungsdauer:
10.01.2009 – 31.01.2009

Öffnungszeiten
Mi und Fr: 15.00–18.00 Uhr
Do: 15.00–19.00 Uhr
Sa: 10.00–12.30 Uhr
oder nach Vereinbarung
Infos: www.sigismundkapelle.de

 

10.01.09 - peter lang

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