Verabschiedung der "Regensburg Recommendation"
Mit der Verabschiedung der "Regensburger Empfehlung" (Regensburg Recommendation) ist heute Abend im Salzstadel die internationale Fachtagung „Feuer, Wasser, Erde, Wind – Naturrisiken als Herausforderung für Welterbestädte“ erfolgreich zu Ende gegangen. An der nordwest-europäischen Regionalkonferenz der „Organization of World Heritage Cities OWHC“ nahmen Experten aus über fünfzehn europäischen Ländern teil. Gemeinsam erarbeiteten sie ein Strategiepapier zum Schutz historischer Städte vor Naturrisiken.
„Mit der „Regensburger Empfehlung“ haben wir ein sehr wichtiges Dokument auf den Weg gebracht“ so Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann. „Ich bin stolz, dass wir so viele internationale Experten in Regensburg begrüßen durften. Die Tagung war wirklich ein großer Erfolg.“
Am Dienstag Morgen hatte Frau Schimpfermann die dreitägige Konferenz eröffnet, zu der unter anderem auch die Generalsekretärin der „Organisation of World Heritage Cities“ Lee Minaidis, die Leiterin der Abteilung Europa und Nordamerika des UNESCO Welterbezentrums Dr. Mechtild Rössler sowie Prof. Dr. Michael Petzet, der Präsident des Internationalen Rates für Denkmalpflege ICOMOS, angereist waren, um über den Schutz des gebauten kulturellen Erbes vor Naturrisiken zu referieren. Darüber hinaus brachten Prof. Dr. Cristina Gutiérrez-Cortines, Mitglied des Europäischen Parlaments und Präsidentin des Unterkomitees für Klimawandel, sowie Rainer Fürhaupter, Mitglied im Vorstand der Versicherunskammer Bayern, ihre Expertise zu dem Thema ein. Die Versicherungskammer Bayern hatte die Tagung als Generalsponsor großzügig unterstützt.
Mit zahlreichen Fachvorträgen zu den Themenbereichen „Feuer“, „Wasser“, „Erde“ und „Wind“ sprach die Veranstaltung inhaltlich eine große Bandbreite von Naturrisiken an. Unter anderem referierten Vertreter der nordwest-europäischen OWHC-Mitgliedsstädte Beemster (Niederlande), Bergen und Røros (Norwegen), Bath und Edinburgh (Großbritannien), Karlskrona (Schweden) sowie Bamberg und Quedlinburg (Deutschland) über ihre Erfahrungen mit Umweltrisiken und die Entwicklung verschiedener präventiver Maßnahmen. Dabei wurden auch die Regensburger Beiträge zum Hochwasserschutz an der Donau, zum Brandschutz im Salzstadel und über die umfassenden Arbeiten gegen Verwitterungen am Dom St. Peter mit großem Interesse aufgenommen. Als einstimmiges Ergebnis der Tagung wurde in der „Regensburger Empfehlung“ festgehalten, dass Klimawandel und Naturrisiken wie Unwetter, Hochwasser, Feuer oder Erdrutsche eine zunehmende Herausforderung für Welterbestädte darstellen.
Die „Regensburger Empfehlung" erinnert deshalb regionale, nationale und internationale Einrichtungen an ihre gemeinsame Verantwortung für den Schutz von historischen Städten. Sie betont, dass der Erhalt unseres gebauten kulturellen Erbes als gemeinsame Aufgabe begriffen werden muss.
Auch die Forschungsarbeit zum Thema Naturrisiken soll nach der „Regensburger Empfehlung" weiter vorangetrieben werden. Einen wesentlichen Beitrag liefert hierzu der Austausch von Informationen und Erfahrungen mit anderen historischen Städten. Neben der länderübergreifenden Zusammenarbeit sind zudem Fortbildungen und Informationsveranstaltungen vor Ort wichtig, um ein Bewusstsein für die Herausforderungen von „Feuer, Wasser, Erde und Wind“ zu entwickeln.
(Quelle: Stadt Regensburg)
19.09.08 - online redaktion
