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Tod und Auferstehung

Kommt er? Kommt er nicht? Er kam! Dr. Thomas Goppel, derzeit noch Kunstminister in Bayern und als oberster Dienstherr des Hauses der Bayerischen Geschichte in der Verantwortung, was die jährlichen Landesausstellungen anbelangt. Noch sechs Jahre ist es hin, bis 2014 wieder einmal Regensburg Spielstätte der Schau sein wird, noch zwei Tage währt die Frist, ehe sich entscheidet, ob Goppel im Rennen um den Posten des Bayerischen Ministerpräsidenten die Nase vorn haben wird. Von daher, war der Presseandrang groß, die aktuelle M-Frage aber überschattete die Pressekonferenz zum Glück nicht.

 Dom und Domkreuzgang samt Stephans- und Allerheiligen-Kapelle müssen behindertengerecht zugänglich gemacht werden. Der Kern- und Herzbezirk des Welterbes ist ein Denkmal von außerordentlichem Rang und kunsthistorisch ein Werk von unschätzbarer Bedeutung. Die Planungen für den Umbau und die Schaffung eines Dom-Foyers laufen, 2014 rechnet man mit einem Abschluss der Arbeiten. Hunderte von Grabmälern und Epitaphien befinden sich im Domkreuzgang samt angrenzender Areale - was liegt näher als das Thema "Tod und Auferstehung" in Jenseitsvorstellungen aller Epochen vorzustellen. Die Kooperation zwischen Kunstministerium und dem Haus der Bayerischen Geschichte, der Regierung der Oberpfalz, dem Bistum, dem Staatlichen Hochbauamt (der Dom befindet sich im Besitz des Freistaats), zwischen Kulturreferat und Diözesanmuseum war intensiv und erfolgreich, binnen kürzester Frist konnte ein erstes Konzept nun vorgestellt werden.

 Regensburger Künstler mit Gegenwartskunst vertreten

Der Dombezirk in Regensburg kann mit Fug und Recht als Nekropole bezeichnet werden. Künstlerisch und kunsthistorisch bedeutsame Grabplatten und Gedenktafeln finden sich zu hunderten in dem gotischen Labyrinth. Vor diesem Hintergrund macht die Veranschaulichung des Themas "Tod und Auferstehung" Sinn. Mit der Landesschau 2014 wird zudem eine breitere Öffentlichkeit für dieses Areal erhofft. Regensburgs Kulturreferent Klemens Unger erwartet sich mit der Ausstellung und der leichteren Zugänglichkeit der sehenswerten Räumlichkeiten einen neuen Tourismus-Schub. Er betonte in seinem Statement, dass es ihm ein Anliegen sei, dass Regensburger Kunstschaffende ihre Sicht auf Tod und letzte Dinge im Rahmen der Landesausstellung beisteuern werden. Mutig, ein Tabu-Thema zu wählen! War 2008 der "Adel in Bayern" das Thema, so wird es 2009 in Würzbug um Wiederaufbau und Wirtschaftswunder gehen. 2010 ist die Schau in Füssen und Augsburg zu Gast, wo das Verhältnis "Bayern - Italien" beleuchtet wird, 2012 macht das Haus der bayerischen Geschichte in Burghausen Station und nimmt die Beziehung "Bayern - Österreich" unter die Lupe.  Das Motto 2013 ist noch geheim, besonders rege wird das Interesse 2011 sein, wenn auf Schloss Herrenchiemsee, in sonst nicht zugänglichen Räumen "der Kini" Ludwig II. im Zentrum stehen wird.

Umbau und Anfang

Dr. Codreanu-Windauer vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sagte beim Presserundgang: "Kaum jemand hat so viel mit dem Tod und Toten zu tun wie der Archäologe. Bei den Grabungen am romanischen Dom östlich des Eselsturm wurden aber nur zwei Skelette gefunden. Das Thema für 2014 mach durchaus Sinn." Die Sicherungs- und Sichtungsarbeiten der jüngsten Ausgrabungen am Domgelände laufen. Bald wird das gläserne Dom-Foyer gebaut, das Dom, Kreuzgang und Kapitelsaal verbinden wird. Mit in die Ausstellung 2014 wird auch das Museum St. Ulrich einbezogen werden, das mit Exponaten und Texttafeln zum Thema hinführen wird sowie die Niedermünsterkirche, die selbst Grablege für Herzöge und Heilige war.

 

6.10.08 - peter lang

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