"Stell Dir vor es ist Krieg …"
„Stell Dir vor es ist Krieg und alle sehen hin“, diese leicht abgewandelte Vision von Bert Brecht ist es, die einen Regensburger antreibt, eine Friedensinitiative für Nahost zu begründen. Andreas Zacharek-Lorenz will nicht mehr länger tatenlos zusehen – er will ein Zeichen setzen gegen den Krieg und er will, dass dieses Zeichen in Nahost gesehen wird: Euer Krieg und euer Schicksal sind uns nicht egal! Andreas schneidet aus alter Leinwand Streifen, stempelt sie und verteilt sie an Menschen, die den gewaltsamen Tod von Frauen, Kindern und unschuldigen Männern verurteilen.
Gazastreifen hängen im Schaufenster eines Regensburger Ladens zwischen abstrakten Bildern und Postkartenmotiven. Gazastreifen liegen im dazugehörigen Atelier. Gazastreifen werden aus Leinwand gefertigt und ans Revers geheftet. Mit seiner Friedensinitiative will Andreas Zacharek-Lorenz auf die Leiden der Menschen im Gazastreifen aufmerksam machen. Er will ein Denkmal setzen. Will, dass die Leute über den Krieg nachdenken. Und er will, dass die Menschen im Gazastreifen wissen, dass es „uns nicht egal ist, was da passiert“.
Andreas’ Gazastreifen sind keine politische Stellungnahme für die eine oder andere Seite. Beide Seiten haben Recht, beide Seiten haben „viel Scheiß gebaut“. Betroffen sind aber immer die Menschen: es leiden Kinder, Frauen, Alte und Kranke und unzählige Unbeteiligte. Insofern wird der Gazastreifen zum Symbol des Mitgefühls: Nicht wegsehen, nicht die Augen verschließen sondern hinsehen und Stellung gegen den Krieg beziehen.
„Ich finde Euren Krieg Scheiße“, mit diesem Spruch wollte Andreas in den 90er-Jahren gegen das Morden in Jugoslawien protestieren – er hat es damals nicht getan. Die Schreckensmeldungen aus Dafur, dem Irak und eben aus Gaza haben ihn aber jetzt zur Aktivität gemahnt. Die Gazastreifen können in seinem Laden (Kunst-Direkt) in der Thundorferstraße (gegenüber der historischen Wurstkuchl) abgeholt werden und er wird die getragenen Streifen Ende August nach Gaza schicken. Damit will er die Beteiligten zur Aussöhnung auffordern. Der Gazastreifen wird so im 220sten Jahr der Französischen Revolution auch zum Denkmal, um sich wieder dem Geist von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ anzunähern.
29.01.09 - online redaktion
