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Die 2009-Reihe der Ausstellungen in der Sigismundkapelle im Thon-Dittmer-Palais hat begonnen. Im Februar wird Karsten Neumann mit seiner Konzeptkunst-Schau >espacio de bethang in Regensburg (Opf.) zu sehen sein. Hierzu laufen die Vorbereitungen; die Ergebnisse, Konsequenzen und Erfahrungen einer Laufperformance werden Einfuss auf die Schau nehmen.

 Fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit - wir befinden uns schließlich in einer Permafrostphase - traf der Künstler Karsten Neumann die Vorbereitungen zu seiner Lauf-Performance. Ein Bild von Chenresig, einer speziell im tibetischen Buddhismus verehrten Gottheit steckt in einem Schneehaufen. In einem Apfel davor drei Räucherstäbchen. Um 12.15 Uhr am 14. Januar 2009 betritt der Künstler in einem T-Shirt mit der Aufschrift NOTARZT den Hof des Thon-Dittmer-Palais und schraubt an einen Kinderstuhl eine Plastikmuschel sowie einige selbst gebastelte Rosetten, die er aus Kunststoffschraubverschlüssen bricht. Ein Stab wird an dem thronartigen Stuhl befestigt und dann liest Karsten Neumann aus dem Bemelmans-Roman "An der schönen blauen Donau". Das erste Kapitel, endend mit dem Ruf: Ein Schwein!

Station 2 auf dem Haidplatz. Ist es ein Statdtführer, der mit einem etwas sonderbaren Gegenstand anzeigen will, "Achtung! Hier ist Ihr Führer!"? Eine weitere Passage aus Bemelmans. Passanten lachen. Weiter geht die Lauf-Performance über den Arnulfsplatz bis zur Alten Nürnberger Straße. Schließlich soll die Nürnberger Straße ja in Bethanger-Straße umbenannt werden. Vor Ort benennt der Künstler die Straße schon mal um. Symbolisch.

 Wie eine Prozession, wie ein moderner Kreuzweg wirkt die Lauf-Performance. Anstelle eines Kreuzes wird ein Plastikstuhl wie eine Verehrungsobjekt vorangetragen. An jedem Haltepunkt Lesungen aus einem Regensburger "Schicksalsbuch". Der Künstler als Notarzt, als Priester, als Schamane. Der Assoziationen drängen sich viele auf.

Bethang, das ist die "neue" Franken-Metropole, die sich aus NürnBErg, FürTH und ErlANGen gebildet hat. Der Konzeptkünstler, in dessen Schaffenszentrum die Utopie neuen Stadtlebens steht, hat auch bereits bei der Regensburger Stadtverwaltung Anträge auf Straßenumbenennungen gestellt. So soll etwa die Pfarrergasse einen neuen Namen erhalten. Der Schriftverkehr wird auch Gegenstand der Februar-Ausstellung in der Sigismundkapelle sein. Vernissage zu >espacio de bethang in Regensburg (Opf.) wird am Donnerstag, 5.Februar um 19.39 Uhr sein, Dr. Thomas Heyden führt in die Schau ein, der Hornist Wilfried Krüger spielt Kompositionen von Karsten Neumann. Die Ausstellung selbst ist bis 25. Februar zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

Derzeit ist noch "im garten des teemeisters" von Hjalmar Leander Weiss in der Sigismundkapelle zu sehen. Die Öffnungszeiten sind: Mi und Fr: 15.00–18.00 Uhr,
Do: 15.00–19.00 Uhr und Sa: 10.00–12.30 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Infos: www.sigismundkapelle.de

 

14.01.09 - peter lang

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