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Autos, die zu Kultobjekten werden gibt es einige – aber eine Limousine die als „Göttin“ bezeichnet wurde, das war nur der Citroen DS vorbehalten. Egal ob Staatspräsident oder Unterweltboss, in den 50ger- und 60ger-Jahren zeigten sie sich alle gern in dem Design- und Fahrkomfortwunder des französischen Autobauers. Dass eine „Sänfte auf Rädern“ zu fahren, die Möglichkeit zur „Selbsterhöhung“ oder der mitschwenkende Scheinwerfer ab DS21 allein den Mythos von „La Déesse“ begründet haben, ist nicht einleuchtend, es muss mehr gewesen sein.

 Vielleicht liegt die Mythenbildung daran, dass ein Bildhauer, nämlich Flaminio Bertoni für das Design der DS verantwortlich ist. Denn so wie ein Steinkünstler letztlich nur das aus dem Material herausholt was ohnehin schon drin ist, könnte es auch hier gewesen sein: Bertoni hat bei der „Göttin“ das Form werden lassen, was sich Autoliebhaber unter einem extravaganten Automobil allesamt vorstellen.

Den Mythos Auto in Bezug zu „Prinzessinnen“ zu setzen ist nicht neu, doch wer beim Titel an eine Bildserie á la Pirelli, gar an Terry Richardsons 2010-Kalender denkt, wird angenehm enttäuscht. Die Fotos, die Dietmar Grün derzeit in der Kursana-Residenz präsentiert fahren nicht die platte Masche „Traumauto und Traumfrau“. Grün setzt, dem Kennzeichen nach zu urteilen, seine eigene DS, vor – bei genauerem Hinsehen erkennbar – Regensburger Motiven mit Prinzessinnen, die du und ich kennen könnten in Bezug und holt so das Thema auf den Boden, respektive auf den Asphalt.

Farben und Formen und immer wieder das Unspektakuläre am Außergewöhnlichen stehen in Dietmar Grüns Fotos im Vordergrund. Denn schließlich ist ein Auto doch ein Gebrauchsgegenstand und eine Frau aus Fleisch und Blut. Der Mythos wird zwar nicht zerstört, doch sozusagen vom Sockel geholt. Der Lack bekommt keinen Kratzer, der Glanz bleibt, doch die Überhöhung wird gebrochen, wenn beispielsweise bei einer Aufnahme der Tankdeckel der DS offen steht.

Grüns Fotos sind da am stärksten, wo sie das übliche Klischee meiden, wo die Erotik nicht im Vordergrund steht. Da wo etwa ein lachendes Kind hinter dem Steuer sitzt oder eine junge Frau mit einem kleinen Jungen an der Hand zu sehen ist. Grüns Fotos sind da am stärksten, wo sie das Laute, das Schreiende meiden und ganz schlicht in schwarz und weiß daherkommen.

„Von Göttinnen und Prinzessinnen“
bis 29. August
Kursana-Residenz
Bahnhofstraße 24
Mo-Fr: 9.00 bis 17.00 Uhr
Eintritt frei
www.fotogruen.de

 

27.07.09 - online redaktion

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