Programm vorgestellt
Sternstunden für Archäologen gibt es in Regensburg viele. Die Welterbestadt hat für den Interessierten nicht nur „Augenscheinliches“ zu bieten. Neben – oder besser gesagt unter – den allseits bekannten Sehenswürdigkeiten wie Dom, Steinerne Brücke und dem Schloss St. Emmeram, warten ebenso außergewöhnliche wie zahlreich Schätze im Verborgenen.
Die spektakulärsten Funde, da an das Bild der Schatzsuche erinnernd, sind sicher der Fund von römischen Goldmünzen bei Grabungen im Stadtteil Kumpfmühl und die Bergung von prägefrischen Golddukaten aus dem ehemaligen jüdischen Viertel am heutigen Neupfarrplatz. Die römischen Denare und Goldmünzen schmücken den Umschlag des gestern vorgelegten Programms zum Denkmaltag. Das Amt für Archiv und Denkmalpflege hat unter Mitwirkung des Autors Günter Schießl 51 Stätten zur Besichtigung erschlossen.
Besonders hervorgehoben seinen die Kellergewölbe am Peterwegs unter dem dort errichteten Parkhaus. Zu sehen gibt es weit verzweigte Kelleranlagen des 16./17. und des 19. Jahrhunderts, die einst zum ehemaligen Jesuitenkolleg St. Paul und seiner Brauerei gehörten. Führungen finden um10.00, 11.00, 12.00,13.00, 14.00 und 15.00 Uhr statt (Programmpunkt 38). Das Herz eines jeden Archäologen schlägt hören wenn er den Stadtteilnamen Burgweinting hört. Seit 14 Jahren werden hier bedeutende Ausgrabungen durchgeführt. Die Funde reichen bis in die Frühgeschichte zurück. Auch nach der Bebauung des Geländes bleiben einige archäologische Projekte wie die bepflanzte römische Villa rustica oder das rekonstruierte Bajuwarenhaus sichtbar. Bei den derzeit laufenden Ausgrabungen kann den Archäologen über die Schulter geschaut werden. Führungen: 11.00, 13.00, 15.00 Uhr (Programmpunkt 7). Natürlich ist auch das document Neupfarrplatz zugänglich. Das Besondere hier: Die Ausstellung und der historische Ort sind eins. Das ehemalige Judenviertel unter dem heutigen Neupfarrplatz ist über eine Treppe zugänglich, die einzelnen Kulturschichten von der Römerzeit über die Romanik und Gotik ist dort ablesbar. Repliken des außergewöhnlichen Goldschatzes sind hier zu sehen, das Original ist im Historischen Museum verwahrt (Programmpunkt 27).
Erwähnenswert ist noch das umfangreiche Kinderprogramm, denn Kulturvermittlung ist eine wesentliche Aufgabe einer Welterbestadt und ist nach den Worten von Dr. Lutz Dallmeier nötig um die Zukunft gestalten zu können. Das Faltblatt mit der Programmbeschreibung liegt in der Tourist-Info aus, ist über Internet abrufbar und wird am Zentralen Informationsstand im Thon-Dittmer-Hof aufliegen.
Tag des offenen Denkmals, Sonntag 14. September, Führungen von 10.00 bis 17.00 Uhr. Programm: www.regensburg.de
3.09.08 - online redaktion
