Nominierung zum besten Hörbuch
Angela Kreuz' und Dieter Lohrs Hörbuch "Der Fahrradspeichenfabrikkomplex" wurde am 7. Januar 2010 in die Nomierungsliste zum besten Hörbuch 2009 aufgenommen. Gratulation! Zur Nominierung und zum Hörbuch, das in Regensburg und Region breiten Wiederhall fand und finden wird.
Aus fast 270 eingereichten Audioproduktionen des vergangenen Jahres, die von 70 Verlagen eingereicht wurden, hat die Nominierungsjury des Deutschen Hörbuchpreises nun die 18 besten Titel sowie drei auszeichnungswürdige Verlage ausgewählt.
Auch und gerade für den Buchhandel sollen die Nominierungen nicht nur ein Indiz für Qualität sein, sondern vor allem eine Orientierungshilfe bei der Auswahl – ebenso für die Hörbuchkäufer.
Unter den drei Nominierten zum besten Hörbuch, also durchaus mit besten Chancen auf den Zuschlag, befindet sich "Der Fahrradspeichenfabrikkomplex" aus dem Regensburger LOhrBär-Verlag. Aus der Jurybegründung: "Das Hörbuch ist ein umfangreiches Feature mit ungewöhnlicher Herangehensweise. Begründet wird diese von den Autoren mit der Unmöglichkeit objektiver Berichterstattung. Der Fahrradfabrikspeichenkomplex motiviert zur tieferen Beschäftigung mit der Thematik."
Es geht um den 1980 diskutierten Plan, in der Nähe von Wackersdorf eine Wiederaufbereitungsanlage zu bauen. Dieses Vorhaben löste in der Oberpfalz die bis dato größten Demonstrationen, die größten Polizeieinsätze und das größte Rockkonzert in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aus. Anfang 1985 wurde der Bau der WAA in Wackersdorf beschlossen, die ersten Rodungsarbeiten im Taxöldener Forst begannen im Dezember 1985, im Mai 1989 wurden die Bauarbeiten eingestellt.
Am 3. Dezember 1980 erklärte der seinerzeitige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß vor dem Landtag, die bayerische Staatsregierung prüfe, ob es in Bayern einen geeigneten Standort für eine atomare Anlage zur Aufarbeitung abgebrannter Kernbrennstäbe gebe. Bereits kurze Zeit später kamen erste Gerüchte auf, wonach eine solche WAA in der Nähe des Oberpfälzer Ortes Wackersdorf errichtet werden solle.
Diese Anlage sei "nicht gefährlicher als eine Fahrradspeichenfabrik", meinte Strauß.
In den folgenden acht Jahren fanden in der Oberpfalz die bis dato größten Demonstrationen, die größten Polizeieinsätze und das größte Rockkonzert in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland statt. Anfang 1985 wurde der Bau der WAA in Wackersdorf beschlossen, die ersten Rodungsarbeiten im Taxöldener Forst begannen im Dezember 1985, im Mai 1989 wurden die Bauarbeiten eingestellt.
Ein objektives Gesamtbild der Ereignisse zu zeichnen, ist auch über zwei Jahrzehnte nach dem Aus der WAA Wackersdorf nicht möglich. Niemandem. Daher findet sich im Fahrradspeichenfabrikkomplex kein allwissender Erzähler oder Kommentator, der eine vermeintlich unparteiische Wertung abgibt. Das Feature setzt sich ausschließlich aus den Berichten der verschiedensten Zeitzeugen zusammen, die die Ereignisse aus ihren je spezifischen Blickwinkeln betrachten: seinerzeitige WAA-Befürworter als auch Gegner; Politiker jeglicher Couleur von der Regional- bis zur Bundesebene, Demonstranten, Betreiber, Wissenschaftler, Polizisten, Journalisten, Anwohner, Musiker und Schriftsteller.
Über die Autoren: Angela Kreuz, wohnhaft in Regensburg, wurde in Ingolstadt geboren. Sie studierte Philosophie und Psychologie in Konstanz.Dieter Lohr lebt in Regensburg. Viele seiner Erzählungen und Romane spielen auch hier.
7.01.10 - peter lang
