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„Nicht ganz umsonst hab ich gelebt ...“

Der Begründer des Bayerischen Wörterbuches wird gefeiert. Mit einer Ausstellung der Staatlichen Bibliothek Regensburg im 225. Geburtsjahr des berühmten Oberpfälzers. Und mit Vorträgen, die sein großes Werk und dessen bis heute andauernde Rezeption würdigen.

Der berühmte Sprachforscher Johann Andreas Schmeller, geboren 1785 in Tirschenreuth – auf dem Stadtplatz dort steht seine Büste –, zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Oberpfalz. Es lag daher nahe, dem berühmten Landessohn in der Regionalbibliothek für Regensburg und die Oberpfalz eine Ausstellung in dem Jahr zu widmen, in welchem sich sein Geburtstag zum 225. Mal jährt. Die Schau beleuchtet Leben und Werk des Sprachforschers, Gelehrten und Bibliothekars, des „bayerischen Grimm“, und zeigt neben Exponaten aus dem historischen Bestand der Bibliothek insbesondere Leihgaben von Karlheinz Schmeller (†), einem nachgeborenen Verwandten des 1852 verstorbenen gelehrten „Wortklaubers“.

Der in Regensburg geborene und in Straubing aufgewachsene, seit vielen Jahren in Veitshöchheim bei Würzburg lebende Studiendirektor a. D. Karlheinz Schmeller (1943-2008) sammelte seit seiner Jugend Bücher, Schriften und Dokumente zu seinem berühmten Verwandten und bereitete diese in einer Ausstellung auf. Darunter befinden sich viele Erstausgaben, wie z. B. das Bayerische Wörterbuch, die Erstedition der Carmina Burana, der erste gedruckte Bibliotheksführer der königlichen Hofbibliothek München von 1843 oder auch der Versteigerungskatalog der Büchersammlung Johann Andreas Schmellers unmittelbar nach dessen Tod. Aus dieser Sammlung bereitete er eine Ausstellung vor, die schon in verschiedenen Städten, etwa in Amberg oder Aschaffenburg, gezeigt wurde. Viele der hier gezeigten Exponate stammen aus seinem Besitz. In der Absicht, eine Biographie Johann Andreas Schmellers zu schreiben, starb Karlheinz Schmeller überraschend im Dezember 2008. Die Ausstellung im 225. Geburtsjahr des großen Sprachforschers ist gleichzeitig sein Vermächtnis. Seine Witwe, Radegundis Villinger-Schmeller, die mehr als drei Jahrzehnte eine bedeutende Galerie in Würzburg betrieb, hat der Staatlichen Bibliothek Regensburg freundlicherweise die Sammlerstücke ihres Mannes für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt.
Karlheinz Schmeller (1943-2008)

Porträt Johann Andreas Schmellers von Joseph Bernhardt aus dem Jahr 1849. Das Bild hängt heute im Lesesaal der Bayerischen Staatsbibliothek München


Die Präsentation wird von drei Vorträgen begleitet, welche jeweils im Lesesaal der Bibliothek zu hören sind. Der Eintritt hierzu ist – wie der Besuch der Ausstellung selbst – kostenfrei:

3. Februar 2010, 20 Uhr: Prof. Dr. Eberhard Dünninger, Generaldirektor der Bayerischen Staatlichen Bibliotheken a. D.: Johann Andreas Schmeller und die Oberpfalz (zugleich Ausstellungseröffnung)

3. März 2010, 20 Uhr: Dr. Franz-Xaver Scheuerer, Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz: Johann Andreas Schmeller als Philologe

14. April 2010, 20 Uhr: Dr. Bernhard Lübbers, Leiter der Staatlichen Bibliothek Regensburg: Johann Andreas Schmeller als Bibliothekar

Ort:   Im Foyer der Staatlichen Bibliothek Regensburg, Gesandtenstr. 13
Dauer:  3. Februar – 30. April 2010

  

 

 

26.01.10 - peter lang

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