Suchen

    klick Kultur - Kultur klick
    Artikelnummer:
    Artikel:

Meldungen

    Politische Kultur
    Stadtrat Benedikt Suttner bleibt stark: Er lehnt Freikarten für die Schlossfestpiele und WM-Baseball-Spiele ab und stellt damit grundsätzlich die "Zuwendungspolitik" für die ehrenamtlichen Bürgervertreter infrage.

    Digitale Nomaden
    Universitätsbibliothek Regensburg unterstützt den Aufbau einer Datenbank zum Thema Tourismus und Reisen.

    Büchereien in den Ferien geöffnet
    Stadtbüchereien stehen während der Sommerferien nahezu wie gewohnt zur Ausleihe offen.

    Qingdao achte Partnerstadt
    Die aufstrebende junge Millionen-Metropole an der Küste des chinesischen Meeres wird Regensburgs achte Partnerstadt.

Video der Woche

    Jeden Tag ein Porträt-Foto, 2356Tage, 2356 Fotos. Mit Musik von Carly Comando hinterlegt. Stop Motion in Progress.

Internetzeitung

Kulturjournal -Printausgabe

Ich kam, sah und kaufte!

Regensburg vom Römerlager zum Shoppingparadies ...

so lautet der Titel der neuen Ausgabe der zweisprachigen Regensburger Kultur- und Gästezeitung. Shopping oder besser "Einkaufen" berühren sich dieses Jahr wieder am 14. September wenn die Stadt zum "Tag des offenen Denkmals" und zum verkaufsoffenen Sonntag lädt.

 Verdankt die schöne Stadt an der Donau nicht auch ihre Gründung den merkantilen Bestrebungen des Römischen Reiches? War nicht Regensburgs Blüte eng mit ihrer mittelalterlichen Vormachtstellung als Handelsmetropole verbunden? Und heute? Städte die wirtschaftlich gesehen nicht mehr funktionieren sollen „geschlossen werden“; so titelte jedenfalls die Süddeutsche Zeitung dieser Tage mit „Schließt Liverpool!“. Also freie Fahrt für den Konsum? 

Wären da nicht immer diese Unvereinbarkeiten: Kunst vrs. Kommerz, Anspruch vrs. Abzocke, Qualität vrs. Massengeschmack und konkret Denkmaltag vrs. verkaufsoffener Sonntag. Andererseits, wie formulierte es der dieser Tage wieder viel gerühmte Pop-Art-Held Warhol: Die Kaufhäuser werden zu Museen und die Museen zu Kaufhäusern. Ist also shoppen gar nicht so banal? Wolfgang Ullrich schlägt in der Kunstzeitung (Juli 08) sogar vor, das Konsumieren als anspruchsvolle Kulturtechnik zu verstehen, vom Kunstsammler zu lernen: Den Blick fürs Ganze haben, das ganze Sortiment vor Augen, sich weniger am Gebrauchswert als an der ästhetischen und semantischen Qualität der Dinge zu orientieren! Denn längst seien die Designer zu den wahren Interpreten der Zeit emporgestiegen. 

Ist somit die ideale Stadt der historic-theme-park mit integrierter shopping-mall und und einem creative-cluster in dem Künstler, Designer, Architekten, Galeristen, Journalisten und „das Kapital“ den Rummel in Bewegung halten?

Anything goes und die Stadt liefert für all das die Bühne – doch das Leben ist anderswo! Stephan Doesinger, Künstler, Architekt und Virtual Reality-Philosoph in seinem Buch Space between People: „Shopping Zonen sind bis ins letzte Detail kontrollierte Systeme, in denen nichts dem Zufall überlassen wird. Labyrinthe mit sorgfältig choreographierten Orientierungspunkten – den Produkten. Je länger man sich darin aufhält, je mehr 'Convenience' der Raum verspricht, umso mehr Ware wird umgesetzt. Convenience ist ein anderes Wort für totale Kontrolle, die man aber als angenehm empfindet, weil man für nichts Verantwortung zu tragen hat – solange die Kreditkarte gültig ist“.

Verantwortung übernehmen – dazu ist die Regensburg schon qua Welterbetitel verpflichtet. „Vergangenheit aufgedeckt - Archäologie und Bauforschung“ ist das Thema am Tag des offenen Denkmals und verspricht eine Beschäftigung außerhalb der „totalen Kontrolle“, denn Orientierungspunkte findet jeder für sich selbst.

www.tag-des-offenen-denkmals.de

www.regensburg.de/welterbe

www.heiss-auf-regensburg.de

 

 

 

28.08.08 - online redaktion

Kommentare
Ihr Kommentar
 

 

  

 
 
Internetzeitung | Impressum | ©2009 Verlag Michael Kroll