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Ich und die anderen

Zum achten Mal findet nun schon die Französische Filmwoche statt. Wie jedes Jahr haben dafür die Veranstalter Medard Kammermeier und seine „Komplizin“ Marianne Mion neue und alte Filme aus unserem Nachbarland ausgewählt. „Ich und die anderen“ heißt in diesem Jahr das Motto der kleinen Filmschau, die vom 5. bis 12. Mai im Wintergarten und im Akademiesalon gezeigt wird.

Und weil heuer im Anschluss an die Französische Filmwoche auch gleich die Spanische Filmwoche in der Filmgalerie stattfindet, gibt es einen Klassiker zu sehen, der gewissermaßen die Brücke sein soll zwischen den beiden Filmwochen: Bunuels Die Milchstraße. Eine französisch-italienische Koproduktion, inszeniert von dem bedeutendsten Regisseur Spaniens: Luis Bunuel. Ein Muss für alle, die vor einigen Jahren dem Fernsehkomiker Hape Kerkeling auf dem Jakobsweg gefolgt sind. Wobei natürlich keiner der damaligen Dampfplauderer und Promi-Experten den Film von Bunuel erwähnt hat, der das ideale Gegenstück darstellt zu Kerkelings Erlebnissen. Was man dabei wissen muss: Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela heißt auch „Milchstraße“, weil er zur heiligen Stätte führt, wie der Stern zur Krippe, und weil er aus Etappen besteht, die von Sternen markiert sind. In seinem philosophischen Road-Movie schickt Bunuel zwei Vagabunden auf diese Pilgerreise. Als Surrealist mit katholischen Wurzeln verwandelt Bunuel Die Milchstraße in eine – sehr aktuelle – antiklerikale Kinoerzählung.
Ein weiteres Highlight ist die Premiere des neuesten Films von Alain Resnais, der zu den letzten Überlebenden der „Nouvelle Vague“-Bande gehört: Vorsicht Sehnsucht heißt sein neuester Reigen mit Sabine Azema. Dazu passt dann auch eine Reprise: Chanson d‘Amour mit Gerard Depardieu als abgehalfterter Chansonnier. Zwei weitere Previews seien besonders ans Herz gelegt. Der Coming-of-Age-Film Les beaux gosses, der den treffenden internationalen Titel The French Kissers bekommen hat und der bei uns den schwachsinnigen Titel Jungs bleiben Jungs tragen wird. Dabei handelt es sich eben nicht um den neuesten pubertären Klamauk mit dem kleinen Ochsenknecht, sondern um einen der erfolgreichsten französischen Filme der letzten Jahre, der ein originelleres Motto verdient hätte. Mademoiselle Chambon heißt das andere Juwel, das zum ersten Mal in Regensburg zu sehen sein wird. Eine typisch französische Komödie, die immer wieder umkippt ins Drama. Zur Eröffnung am 5. Mai präsentieren Die Negerländer „musique negerlaendese“: französische Musik des 20. Jahrhunderts, im Stil der Regensburger Avantgardeband. Weitere Infos: www.kinos-im-andreasstadel.de (vr)

 

 

26.04.10 - peter lang

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