Graz sperrt auf
Ist Straßenkunst noch Straßenkunst wenn sie von der Staße weg ist? Von der Straße, vom au gout des Illegalen in die Galerien und Museen und dann über dem Sofa von Frau Müller hängend? Nun irgendwann wird jeder Rebell zum Businessman, oder nicht? Erst schauen und dann urteilen: Am 19. September ist der Auftakt zu "Straßenkunst", veranstaltet vom Kunstverein Graz und kuratiert von Eva Karl.
Die Künstler emilone (Wien), pixelpancho (Valencia/Turin), Group of ten (Rgb, München, Augsburg), Licca (Regensburg) und Rayk Amelang (Regensburg) bespielen dabei die Räume der ehemaligen Spenglerei in der Schäffnerstraße mit Graffiti und Street Art. Eine Woche lang arbeiten die Künstler an Ihrer Umsetzung, an gemeinsamen Arbeiten und Installationen. Bei der Vernissage sorgen die Regensburger Djs moon_patrol und arok für urbanen Sound und verwöhnen die Besucher mit Musik rund um das Thema „Stadt“. Selbstverständlich sind die Künstler am Eröffnungsabend persönlich anwesend.
Am 20.9. ab 15 Uhr ist es zudem ratsam, mit offenen Augen durch die Regensburger Innenstadt zu gehen. Das Kollektiv Group of ten wird bereits zum zweiten Mal eine sogenannte „Free Art Aktion“ in der Regensburger Innenstadt durchführen. Die Gruppe verteilt Leinwände und Kunst von Street Art Künstlern in der Innenstadt. Jeder Kunstliebhaber kann sich so sein eigenes kleines Kunstwerk gratis mit nach Hause nehmen. Gesammelt wurde bis jetzt Kunst aus Berlin, München, Dresden, Würzburg auch aus den USA, Israel, Iran, Nord-Irland, Italien und den Niederlanden.
Am 26.9. um 20 Uhr findet eine funky Unterrichtsstunde in Graffiti-Theorie statt. Der ehemalige Regensburger Graffiti- Künstler und heutige Grafikdesigner (u.a. Musikexpress) Gino Faglioni stellt sein kürzlich erschienenes Buch „What da funk?“ vor. Außerdem lernen wir den Street Art Führer „urban illustration“ des gebürtigen Regensburgers und heutigen Wahlberliners Benjamin Wolbergs kennen.
Kunsthistoriker Marcus Spangenberg informiert mit einem spannenden Diavortrag über die Graffitigeschichte in Regensburg: Das Regensburger DJ Urgestein DJArok sorgt den Abend über für funky Beats und eher entspannte Unterrichtsatmosphäre.
Gerne möchten wir auf die jährliche Aktion an der 24h-galerie hinweisen: Graffiti- Künstler aus den Niederlanden, Tschechien, allen Teilen Deutschlands und Österreichs folgen dem Ruf des Regensburger Writers und 24h-galerie – Machers Emanuel Jesse und treffen sich in Regensburg. Passanten und Kunstfreunde sind herzlich dazu eingeladen, zu schauen, nachzufragen und zu kritisieren. www.24h-galerie.de
(Text: Eva Karl, Fotos: Vorschau = Rayk Amelang, oben = PixelPancho, unten = GroupOfTen)
Übrigens, Licca braucht Hilfe: Kunst zum Mitmachen, Partizipationskunst hier gehts lang
12.09.08 - online redaktion
