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Jedem Beginn wohnt schon ein Abschied inne – dies galt für die Eröffnung der Regensburger Kurzfilmwoche ganz besonders. Bei den Feierlichkeiten wurde es noch einmal öffentlich: Markus Prasse hört nach vier Jahren auf, er steht nicht mehr als Festivalleiter zur Verfügung. Die anwesende Festgemeinde im Ostentorkino dankte ihm seine Arbeit mit einem nicht enden wollenden Applaus. Aber noch etwas wurde an diesem Abend deutlich: Die Kurzfilmwoche ist einer der Höhepunkte im kulturellen Jahreskreis der Stadt Regensburg.

 Joachim Wolbergs, der dritte Bürgermeister und selbst in der freien Kulturszene zuhause, bekräftigte das, was vor ihm schon Kulturreferent Klemens Unger und BMW-Sprecher Walter Huber getan hatten: Den unbedingten Willen, die Filmveranstaltung weiter führen zu wollen. Wolbergs wörtlich: „Sie werden es vielleicht nicht glauben, aber wenn wir über Firmenansiedlungen sprechen, sprechen wir auch das kulturelle Angebot in der Stadt an.“ Kultur als weicher Standortfaktor – die Kurzfilmwoche, „auf die die Stadt Regensburg mächtig stolz ist“, so Wolbergs – gehört zweifelsohne dazu.

Rund 80 Veranstaltungen laufen in den acht plus 1 Tagen, 256 Filme werden gezeigt, 100 allein in den Wettbewerben. 4 Spielstätten stehen zur Verfügung, an die 8.000 Besucher werden erwartet und 1.500 Schüler werden die speziell für sie eingerichteten Vorführungen besuchen. Der Kurzfilm dürfte aktueller denn je sein, in einer Zeit, wo durch YouTube jeder im Brechtschen Sinne zum Sender werden kann, tut es gut, professionelle Arbeiten sehen zu können. Zum Beispiel die von Georges Schwizgebel, der sich unter Umständen für einen kurzen Film zwei Jahre Zeit lässt.

 Schwizgebel, von Markus Prasse hochachtungsvoll als Pedant apostrophiert, wird denn auch beim diesjährigen Festival ein special gewidmet: Am Samstag, 22. November, wird quasi sein Lebenswerk – 15 Animationsfilme – en block gezeigt. Und noch ein Zuckerl: Schwizgebel ist selbst anwesend. Als weiterer großer Schweizer wird Klemens Klopfenstein zu sehen sein. Wie Schwizgebel 1944 geboren, gilt er dem Filmkritiker Ulrich Georg als „unabhängiger Filmemacher par excellence“. Am Dienstag, den 25. November, zeigt er eine Auswahl seiner Filme, teilweise zusammen mit seinem Sohn Lukas Tiberio.

Neben den Wettbewerben, dem Bayern- und Regionalfenster bestimmt das Thema Träume das Regensburger Festival. Sechs Blöcke sind ihm vorbehalten. Neu sind diesmal die „Blauen Stunden“, die Einblick und Ausblick vermitteln sollen und das Reden über den Film ermöglichen. Jeweils um 16.00 Uhr werden von unterschiedlichen Moderatoren die Themen Schweiz, Auswahlkriterien, Evaluation (alle Geschäftsführer Medard Kammermeier), Langfilm (Lola Randl), Erfolgsgeheimnis (Alber Ponte) und Filmkritik (Hans Nieswandt) erörtert. Die Blauen Stunden starten am Freitag und finden alle in der Filmgalerie statt.

 Ein Höhepunkt in Sachen „come together“ ist die Zündfunkparty am 21. November, die Im Leeren Beutel ab 22.00 Uhr steigt. Zusammenkommen kann man auch bei der BMW Matinee, die am Sonntag, 23. November ab 14.00 in der Filmgalerie „Arbeitsfilme“ präsentiert. Wie umfangreich das Festival ist, zeigt sich schon an der 120 Seiten starken Broschüre, in der alle Termine, Filme und Sonderveranstaltungen wie die Plattenfilme, Tanzfilme oder die Rubriken „Lieblingsfilme“ ausführlich beschrieben sind.
Das Programm zum Download auf www.kurzfilmwoche.de:
-    Timetable
-    Infos

(Fotos: Bürgermeister Joachim Wolbergs bei der Eröffnungsfeier
Christine Weissenseel und Markus Prasse
Das Ostentor-Kino: eine der vier Spielstätten, Text und Fotos: Kroll)

 

21.11.08 - michael kroll

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