Entdeckung am Rande der großen Bühne
Über die Großen beim Festival „Jazz an der Donau“ ist hinlänglich geschrieben worden – Namen wie Carlos Santana, Till Brönner, Lee Ritenour oder Richard Galliano sind ausreichend oft abgedruckt. Doch das Jazzfest in Straubing hatte abseits der Festzeltbühne noch mehr zu bieten: Da gab es Aftershow-Parties, den samstäglichen Jazzbrunch und einen Sonntags-Frühschoppen mit Überraschungspotenzial. (Im Foto links die Straubinger Jazzpolizei)
Eine Kooperation aus Ausstellungs- und Veranstaltungs GmbH, der Werbegemeinschaft Straubing und den Straubinger Jazzfreunden hatte ein buntes Begleitprogramm zusammengestellt um das Jazzfeeling auch in die Altstadt zu holen. Auch wenn einige Veranstaltungen dem schlechten Wetter oder Bandabsagen (z. B. Yankee Meier Trio und Eisenhauer/Walter/Lang) zum Opfer fielen, so war doch bei den Aftershow-Parties stets volles Haus. Im "Raven" überlies man dem Jazz gleich an vier Tagen die Bühne und den krönenden Abschluss setzen sicher die niederbayerischen Allstars unter der Leitung von Stefan Lang: Eine Session auf höchstem Niveau mit viel Spielfreude und großem Publikumszuspruch, die auch die zu später Stunde noch anwesenden Begleitmusiker von Yadam, dem Supportact Santanas, nicht kalt ließ.
Eine Entdeckung ganz besonderer Art gab es am Sonntagmorgen im "Raven", als mit "The New Gipsy Swing Generation" drei junge Sinti-Musiker die gut 40 Gäste überraschten. Spielerisch leichter Gipsy-Swing in einer ungewöhnlichen Besetzung: Akkordeon, E-Piano und Gitarre. Roberto David Weiß spielte wahlweise auf einem herkömmlichen Akkordeon und auf einem Roland-Umbau, der Hammondorgeltöne hervorbrachte. Ungewöhnlich auch das Alter der Musiker: zwischen 15 und 17 Jahre jung! Ungewöhnlich auch ihr Werdegang: zum Teil spielen sie erst seit zwei Jahren ein Instrument, können keine Noten lesen und haben doch ein Repertoire von 50 bis 60 Titeln drauf.
Das Spektrum, das Danino Weiß (E-Piano), Andi Weiß (Gitarre) und Roberto D. Weiß beherrschen, reicht von George Benson über Stevie Wonder bis hin zu Django-Reinhardt-Stücken, Jazz-Standards sowie Eigenkompositionen des 15-jährigen Andi.
Die Musik muss ihnen also im Blut liegen und das ist kein Wunder, denn der Name "Weiß" hat in Gypsi-Swing-Kreisen durchaus Gewicht und außerdem läßt sich eine Verwandtschaft zu dem Tasten-Virtuosen Jermaine Landsberger nachweisen. Doch, "wir können es selbst nicht fassen", so der Manager der Truppe, Ricardo Weiß. Gemeint ist das unglaubliche Talent der drei, die bei einer möglicher Banderweiterung um Schlagzeug und Kontrabass und bei konsequenter Weiterentwicklung noch viel von sich reden machen und in Zukunft ein großes Publikum auf ihre schier endlos dahin schwebenden Improvisationslinien mitnehmen werden.
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(Text und Fotos: Michael Kroll)
22.07.09 - michael kroll
Hallo Herr Kroll super gemacht! Gefällt uns LG David Weiss
David Weiss
