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donumenta 2010-Auftakt in Schwandorf und Regensburg

Avantgarde-Künstler Attila Csörgö, Kamilla Szij und Balazs Kicziny starten mit ihrer Arbeit für die donumenta 2010. Die donumenta 2010 hat begonnen. Die ersten, namhaften Künstlerinnen und Künstler aus dem diesjährigen Gastland Ungarn sind bereits in der Oberpfalz angekommen und entwickeln ihre Werke für die beiden großen Regensburger Kunstausstellungen im Kunstforum Ostdeutsche Galerie und in der Städtischen Galerie ‚Leerer Beutel’.

Attila Csörgö, international herausragender Avantegarde-Künstler, und die renommierte Zeichnerin Kamilla Szij sind bis Ende Mai Stipendiaten der donumenta im internationalen Künstlerhaus Schwandorf. Balazs Kicziny, einer der bedeutendsten Vertreter der zeitgenössischen mittelosteuropäischen Kunst, skizziert am heutigen Freitag eine raumgroße Installation für die Minoritenkirche, die damit erstmals
Ausstellungsort der donumenta sein wird. „Die donumenta ist ein lebendiges Netzwerk von Menschen für die Kunst. Einen schöneren Auftakt hätte ich mir nicht vorstellen können“, freut sich Initiatorin Regina Hellwig-Schmid.

Attila Csörgö vertritt einen strengen, strategischen Ansatz in seiner weltweit gefragten Kunst. Der donumenta-Ausstellung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie ab 19. September 2010 wird der 45-jährige zwei neue Multiples überlassen, wie der Preisträger des renommierten Nam June Paik Award jetzt verriet. Sie werden in den folgenden Wochen mittels einer von ihm entwickelten Spezialkamera im Atelier des Oberpfälzer Künstlerhauses entstehen.

Attila Csörgö: Offenbarung anderer Ordnungen Csörgös Werke waren bereits in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen vertreten. Immer handelte es sich dabei um technisch durchdachte Versuchsanordnungen, die beim Experimentieren mit Stillstand, Beschleunigung und Perspektive Bewegungen, Bilder und entstehen und vergehen lassen, die sich normalerweise der menschlichen Wahrnehmung entziehen. Seine kinetischen Skulpturen, Installationen und Multiples verblüffen einerseits als Choreografien des Augenblicks.

Andererseits fordern sie auf, in die tiefe geistig-philosophische Auseinandersetzung des Künstlers mit Raum und Zeit einzutreten. „Ich will hinter die Grenzen unser traditionellen Vorstellung von Wirklichkeit und andere Ordnungen zeigen“, erläuterte Attila Csörgö diese Woche im Atelier des Künstlerhauses Schwandorf. Und Regina Hellwig-Schmid ergänzte: „Die Bedeutung seiner Werke liegt nicht im Objekt, sondern darin, was wir sehen. Er markiert insofern einen künstlerischen Horizont, der signifikant ist für ein aktuelles Denken ungarischer Künstler: nämlich die Arbeit im und mit dem Grenzbereich von Kunst, Bewegung und Wissenschaft. Wissenschaftliches Experiment und Alltagserfahrung verbinden sich bei ihm auf faszinierende Art und Weise“.

 Kamilla Szij: Im offenen Prozess Ein System etabliert auch die Zeichnerin Kamilla Szij in ihren Werken. Ausgehend von der Technik der Radierung sucht sich seit vielen Jahren erfolgreich nach einem performativen Ansatz, der den Prozess des Zeichnens von traditionellen Werk- und Schöpfervorstellungen löst. Bekannt wurde sie für ihre dicht mit dem Bleistift bearbeiteten Großformate und Rollbücher, die bewegte Ströme, Kurven und Massenbildungen sichtbar machen. Während ihres Stipendiums experimentiert die 53-Jährige mit Reihungen und Entwicklungen fester abstrakter Formen in beständiger Wiederholung. „Das sind offene Prozesse, die sehr spannend sind. Was macht ein System von Zeichen auf dem Papier, das ich nach vorher festgelegten Regeln fortsetze? – Es löst sich auf oder führt scheinbar ins Chaos“, berichtet die still wirkende Künstlerin, die zwischen 1983 und 1986 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach studierte. Das Ergebnis ihres aktuellen künstlerischen Forschungsprozesses wird Teil der Ausstellung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie sein.

Balazs Kicziny: dicht komponierte räumliche Anordnungen zählt derzeit zu den Aufsehen erregenden zeitgenössischen Künstlern aus Ungarn. Er schafft lebensgroße Settings und Konstellationen aus Figuren, die bewegungslos in einer dicht komponierten räumlichen Anordnung zueinander ein Bündel an Emotionen und Eindrücken hervorrufen. Der Künstler, Dozent und Autor, der seit 2008 Mitglied der Ungarischen Akademie der Künste ist, wird erstmals die Minoritenkirche für die
donumenta 2010 erobern. Seinen Entwurf gleicht er am heutigen Freitag erstmals im Gespräch mit Direktor Dr. Germann-Bauer und Regina Hellwig-Schmid mit dem besonderen Ort ab.

Zum Hintergrund der donumenta 2010 - Ungarn
Die donumenta zählt zu den eigenwilligen und inspirierenden internationalen Kunst- und Kulturfestivals mit Schwerpunkt Osteuropa. Seit 2003 lädt sie jährlich einen Donau-Anrainer-Staat ein, markante Positionen, Handschriften und Werke der Gegenwartskunst in unterschiedlichen Sparten während eines Zeitraums von rund sechs
Wochen in der Welterbestadt Regensburg vorzustellen.
Die donumenta 2010 startet am 16. September. Die Ausstellungseröffnung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie ist auf Sonntag, den 19. September, datiert. Eine Fülle an Ausstellungen, Konzerten, Kunst im öffentlichen Raum, Vorträgen, Lesungen, Tanz- und Theatergastspielen in Kooperation mit regionalen Kulturveranstaltern und Instituten gibt tiefe Einblicke in Formulierungsdrang und Inszenierungslust in einem Land, das vor zwanzig Jahren sein erstes freies Parlament seit 1947 gewählt hatte.
Die donumenta verzeichnete im vergangenen Jahr über 6000 Besucherinnen und Besucher. Außer dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie sind die Städtische Galerie ‚Leerer Beutel’, das Ungarische Institut im Wissenschaftszentrum Ost- und Südosteuropa, Regensburg, das Südost-Institut im Wissenschaftszentrum Ost- und Südosteuropa, Regensburg, das Amt für Weiterbildung der Stadt Regensburg vhs, der KunstKnoten e.V., der Verband der Schriftsteller – Regionalgruppe Ostbayern, das Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg, das Kulturzentrum Alte Mälzerei, der Arbeitskreis Film e.V., der Jazzclub Regensburg e.V., das Internationale Künstlerhaus Schwandorf und das Freie Theater, Joseph Berlinger die Kooperationspartner der donumenta.
Die Länder der donumenta sind: Ukraine 2003, Moldawien 2004, Bulgarien 2005, Österreich 2006, Rumänien 2007, Kroatien 2008, Slowakei 2009, Ungarn 2010, Serbien 2011.

(Alexandra Karabelas)

 

14.05.10 - peter lang

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