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Die Welt ist keine Scheibe ...

sie ist eine Plastikkugel. Das wäre weiter nicht schlimm, wenn "Plastik" im ursprünglichen Sinn zu verstehen wäre. Doch ist sie nicht geformtes Werk der Bildhauerkunst sondern Ressourcengeber und Müllkippe für allerlei sinnvolle und sinnlose Produkte aus Kunststoffen. Und das wird langsam zum Problem! Der Film "Plastic Planet" zeigt warum und Regisseur Werner Boote stellt ihm am kommenden Montag im Regensburger Wintergarten vor. Ist eine Welt ohne belastende Stoffe möglich? Der Chemieprofessor Michael Braungart meint ja und vertritt das Cradle-to-Cradle-Prinzip. Sein Buch "Einfach intelligent produzieren" sollte man sich also gleich mit der Eintrittskarte besorgen.

Wir sind Kinder des Plastikzeitalters: vom Babyschnuller bis zur Trockenhaube, von der Quietscheente bis hin zum Auto. Plastik ist überall: In den Weltmeeren findet man inzwischen sechsmal mehr Plastik als Plankton und selbst in unserem Blut ist Plastik nachweisbar! Die Menge an Kunststoffen, die wir seit Beginn des Plastikzeitalters produziert haben, reicht aus, um unseren gesamten Erdball sechs Mal in Plastikfolie einzupacken. In PLASTIC PLANET sucht Regisseur Werner Boote, dessen eigener Großvater ein Pionier der Plastikindustrie war, weltweit nach Antworten und deckt erstaunliche Fakten und unglaubliche Zusammenhänge auf. Er stellt Fragen, die uns alle angehen: Schadet Plastik unserer Gesundheit? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren? Wer gewinnt dabei? Wer verliert? Wenn Sie diesen Film gesehen haben, werden Sie nie wieder aus einer Plastikflasche trinken! PLASTIC PLANET ist ein unterhaltsamer und investigativer Film, der zeigt, dass Plastik zu einer Bedrohung für Mensch und Umwelt geworden ist.

Bootes Botschaft

Ich würde nicht sagen „Kauft überhaupt kein Plastik mehr”. Das würde nicht funktionieren. Wenn es mir mit dem Film gelingt, die Menschen zum Nachdenken zu bringen, sich zu überlegen, nicht mehr so viel Plastikramsch zu kaufen, dann ist das großartig. Dann haben wir alle schon viel gewonnen. Der Film sagt dem Publikum: „Hallo, werdet ein bisschen aufmerksam in Sachen Kunststoff. Erkundigt euch! Fragt eure Supermarktverkäufer, was dahinter steckt. Fragt, warum auf der Plastikverpackung nicht drauf steht, was da alles für Schadstoffe in mein Essen übergehen können.” Dann muss die Supermarktkette reagieren und sich umstellen, denn es ist EU-Recht, dass der Händler dem Konsumenten Auskunft geben muss, was in den angebotenen Produkten enthalten ist. Das wissen nur die Wenigsten. 

Über Plastik

Das Wort „Plastik” stammt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich die geformte/ formende Kunst. Plastik ist aber auch der umgangssprachliche Ausdruck für Kunststoffe aller Art. Kunststoffe sind synthetisch – aus dem Rohstoff Erdöl - oder halbsynthetisch – durch Modifikation natürlicher Polymere – hergestellte Festkörper. Kunststoff kann man durch chemische Umwandlung aus Naturprodukten oder durch Synthese von kleineren Molekülen zu Molekülketten herstellen. Beispiele für umgewandelte Naturprodukte sind unter anderem Gummi, der aus dem Saft der Gummibäume (Kautschuk) erzeugt wird, und Fasern, die aus Cellulose gewonnen werden. Der erste Kunststoff, das Kasein, wurde bereits im 16. Jahrhundert aus Milcheiweiß hergestellt, es wurden Gefäße und Schmuckstücke – zum Teil auch koloriert – daraus gefertigt. Die industrielle Produktion von Kunststoff begann vor gut hundert Jahren mit einem von Leo Hendrik Baekeland entwickelten Verfahren und dem vom ihm getauften Kunststoff Bakelite. Die Ausgangsprodukte für die synthetische Herstellung von Kunststoffen werden auch heutzutage aus Erdöl, Kohle und Erdgas gewonnen. Etwa 4 Prozent der aus den Raffinerien kommenden Erdölprodukte werden in der Kunststoffindustrie verbraucht. Das für die Kunststofferzeugung am häufigsten verwendete Ausgangsprodukt ist Rohbenzin (Naphta). In einem thermischen Spaltprozess, der Cracken genannt wird, wird das entstandene Benzin in Ethylen (Ethen), Propylen (Propen), Butylen (Buten) und andere Kohlenwasserstoffverbindungen auseinander „gebrochen” und umgebaut. Durch chemische Reaktionen (Polymerisation, Polykondensation, Polyaddition, etc.) ordnen sich kleine Moleküle zu großen netz- oder kettenförmigen Molekülen (Polymere). In weiteren Arbeitsschritten werden daraus Tausende verschiedene Plastik-Pellets, aus denen dann, versehen mit diversen Additiven, all unsere bunten und praktischen Plastikprodukte erzeugt werden.

Plastik Planet
läuft derzeit im Akademiesalon
Montag, 01.03.2010
Wintergarten 21:00 Uhr
der Regisseur ist anwesend

Zur Website [>] hier
(Quelle: Filmverleih)

 

25.02.10 - online redaktion

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