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Ben Muthofer stiftet dem KOG über 160 Werke

Der international renommierte Bildhauer und Grafiker Ben Muthofer (*1937 in Oppeln/Schlesien) hat dem Kunstforum über 160 Werke im Wert von rund 200.000 Euro gestiftet. Damit besitzt das Regensburger Museum die weltweit größte Sammlung von einem der bedeutendsten deutschsprachigen Künstler der konkreten Kunst. Die Stiftung, die einen repräsentativen Querschnitt aus dem Werkschaffen des Künstlers dokumentiert, erfolgt vor dem Hintergrund einer 2012 im Kunstforum stattfindenden Retrospektive anlässlich des 75. Geburtstages von Ben Muthofer.

Mit der Muthofer-Stiftung besitzt das Regensburger Museum die weltweit größte Sammlung des aus Schlesien stammenden Vertreters der konkreten Kunst

Die Stiftung
Über 160 Werke im Wert von rund 200.000 Euro hat Ben Muthofer, einer der wichtigsten deutschen Vertreter der konkreten Kunst, dem Kunstforum in den Jahren 2008 und 2009 gestiftet. Mit neun Skulpturen und Reliefs, drei Gemälden sowie etwa 150 Grafiken
verfügt das Museum damit nun über die weltweit größte Muthofer-Sammlung.
„Die großzügige Stiftung beinhaltet alle wichtigen Werkgruppen des Künstlers“, erklärt Dr. Gerhard Leistner, wissenschaftlicher Leiter des Kunstforums. „Beispielhaft dokumentiert sie das bisherige Lebenswerk von Ben Muthofer.“ „Es gibt für mich zwei wesentliche Gründe, in dem Regensburger Museum eine Stiftung dieser Größenordnung einzurichten“, erklärt Ben Muthofer. „Durch meine ostdeutsche Abstammung einerseits und eine persönliche und vorbildliche Zusammenarbeit seit den
1980er Jahren anderseits erscheint mir das Kunstforum als die natürlichste und beste Verbindung.“
Die Stiftung erfolgt auch vor dem Hintergrund einer großen Ben Muthofer-Retrospektive, die anlässlich des 75. Geburtstages des Künstlers für das Jahr 2012 am Kunstforum geplant ist. Zu der Ausstellung erscheint ein Werkverzeichnis, das von dem Regensburger Museum unter der Federführung von Gerhard Leistner in Zusammenarbeit mit dem Künstler verfasst wird.

Aus Anlass der Schenkung wurde die Skulptur „Lichtstele“ (1995-97, Stahl, weiß beschichtet, Maße: 250 x 21 x 21 cm) von Ben Muthofer vor dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie aufgestellt.

Das zentrale Thema von Ben Muthofers Werken
Unter der Vorgabe einer klaren, konstruktiven Bildsprache visualisiert Ben Muthofer die Beziehung von Fläche und Raum. Ausgehend von geometrischen Grundformen und nach logisch mathematischen Gesetzmäßigkeiten gestaltet der Künstler seit den 1970er Jahren verschiedene Werkstoffe wie Aluminium und Stahl. Die durch Faltung, Drehung, Schnitt und Versetzung entstandenen Dreiecksvariationen erinnern in ihrem Charakter an die japanische Papierfalttechnik des Origami. Muthofers geometrische Körper, die weltweit im öffentlichen Raum stehen, erwecken den Eindruck schwebender Leichtigkeit und offenbaren eine Ambivalenz zwischen Balance und Statik.

Die Werkgruppen des Künstlers
Ben Muthofer hat zunächst in den 1960er Jahren in den USA unter dem Eindruck des Hard Edge und der Pop Art mit dem Siebdruck begonnen. In diesen frühen Arbeiten stehen sich dreieckige, durch kantenscharfe Linien getrennte, farbige Flächen kontrastreich gegenüber. Während seiner Professur an der Kunsthochschule in Reykjavik Mitte der 1990er Jahre visualisierte der Künstler diese Bildidee in quadratisch formierte Gemälde, die in ihren kalten Pastelltönen an eisige isländische Landschaften erinnern.
Die wichtigste Werkgruppe in seinem Oeuvre bilden Muthofers vertikale schlanke Stelen, die er mit weißer Farbe beschichtet. Ausgehend von Wassily Kandinskys theoretischen Überlegungen der Farb- und Formbeziehung hat der Bildhauer seine jüngsten Skulpturen, die sich horizontal entfalten, konsequent mit schwarzer Farbe überzogen.
Mit seinen konstruktiven Werken strebt der Künstler gemäß der Bauhaus-Idee die Synthese von freier und angewandter Kunst an. So stattet er seit Mitte der 1990er Jahre schlanken Stelen als Designobjekte mit kaltem, weißem LED-Licht aus. Diese Lichtkörper bringen im freien Raum die Funktion und Ästhetik in Einklang.
Neben Grafiken und Skulpturen arbeitete Muthofer an speziellen Reliefs, die mittlerweile patentiert sind. Die aus Kunststoff gestalteten plastischen Darstellungen zeigen durchbrochene dreieckförmige Gebilde. Sie werden einem Fernsehmonitor vorgesetzt, auf dem vom Künstler konzipierte Farbflächenfilme laufen, die abwechselnde Farbkontraste in geometrischen Formen zeigen. In der Kombination von Relief und Fernsehmonitor mutieren die durch die Schlitzformen des Reliefs durchdringenden Lichtreflexe des Filmes zu kaleidoskopen Televisionen.
Dank der Muthofer-Stiftung ist das Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg nun im Besitz von beispielhaften Arbeiten aller vorgestellten Werkgruppen.

 

30.07.09 - online redaktion

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