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Auf dem Kunstweg

Der Energieversorger E.ON Bayern AG mit Sitz in Regensburg ist als Kulturförderer nicht nur wegen der Auslobung des Kulturpreises Bayern bekannt, einen der höchstdotierten Unternehmenspreise überhaupt. Unter anderem werden im Kasino der E.ON-Zentrale zwei bis drei Mal im Jahr Staatspreisträger aus der Region in hochrangigen Ausstellungen präsentiert. Ab 24. März stellt Annegret Hoch aus. Die Trägerin des Kunstförderpreises zeigt „Auf dem Weg“ (bis 24. Mai).

Wandmalerei Annegret HochIn ihren Arbeiten verbindet Annegret Hoch die Ausdruckskraft gegenstandsloser, expressiver Farbmalerei mit der strengen Klarheit und Reduktion minimalistischer Darstellungen. Die in der aktuellen Ausstellung bei  E.ON Bayern gezeigten Arbeiten machen die  künstlerische Entwicklung der letzten Jahre deutlich. Und dass bei Annegret Hoch jede künstlerische Entscheidung auf der vorigen Arbeit basiert, also ein Schritt nach dem anderen gegangen wird.

Auf einer USA-Reise liest Annegret Hoch bei  der amerikanischen Malerin Agnes Martin  (1912-2004) den Satz: „I would like to paint  the horizon without limit.” Er wird Hochs Leitmotiv.  Der der Kunst eigene, unbegrenzte  Vorstellungsraum, ebenso wie die Begrenztheit  realer Bedingungen schwingen zugleich  herein. Auf der selben Reise stößt die Künstlerin bei der Suche nach günstigem Malgrund  auf eine Rolle Tapetenpapier, die der Idee der endlosen Zeichnung auf ihre Weise entgegenkommt.

In ihrer malerischen Reaktion  auf ausgewählte Vorlagen fügt Hoch deren  Regelhaftigkeit und immer gleichen Musterungen  eine spezifische Geste hinzu. Muster, die sie auf Tapeten findet, werden – wie etwa  in der Serie „weiterzeichnen” –, aufgelöst in einer Malerei, die aus dem beliebigen Ornament  eine authentische Form enstehen läßt. Hoch arbeitet überwiegend mit vorgefundenen Papieren und Musterstoffen. In ihren Installationen und Wandmalereien setzt sie ihre Arbeiten darüber hinaus in Beziehung zum architektonischen Raum. In der Reduktion  ihrer Malerei beschränkt und konzentriert  sich Annegret Hoch auf das Wesentliche. Das  Motiv der Horizontlinie, vorgegebene Formate und Muster, die sie auf Tapeten und Stoffen findet, die Ornamentik barocken Deckendekors, sind Auslöser – oder, wie Hoch es bezeichnet,  „Malanlässe” – für ihre künstlerischen Interaktionen.

Annegret HochDie in München lebende Künstlerin wurde 1969 in Cham/Oberpfalz geboren. Nach  einem Auslandsaufenthalt an der „Ecole des  Beaux Arts“ in Frankreich folgte ihr Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden  Künste in München. Annegret Hoch war Meisterschülerin  bei Prof. Jerry Zeniuk. 1996  folgte ein Auslandsaufenthalt an der „Accademia  die Brera“ in Mailand. Sie absolvierte  ein Studium am Chelsea College of Art and  Design in London und schloss 2001 mit dem  „Master of Arts“ ab. Annegret Hoch erhielt ein  DAAD-Jahresstipendium in London, einen  Aufenthalt im Künstlerhaus Schloss Püschow in Mecklenburg, 2007 den Bayerischen Kunstförderpreis und 2008 ein USA-Stipendium des Bayerischen Staatsministeriums für  Wissenschaft, Forschung und Kunst.

Annegret Hoch „Auf dem Weg“
24. März bis 24. Mai, Fr: 15–20 und Sa, So: 10–18 Uhr
E.ON Bayern, Kasino, Heinkelstraße 1
www.annegret-hoch.de

Foto oben: Wandmalerei zur Ausstellung "Bayerischer Kunstförderpreis 2007"
Galerie der Künstler, München 2008, (c) Thomas Doll
 
Foto unten: o. T.,  Acryl auf bedrucktem Stoff, 52 x 52 cm, 2008, Foto Veranstalter

 

20.03.09 - online redaktion

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