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Antifaschismus von Rechts und Links

Vortrag von Dr. Claudia Globisch (Universität Leipzig) "Gegenwärtige Erscheinungsformen des Antisemitismus" 17. Mai 2010, 19.30 Uhr, KHG-Café Regensburg, Weiherstraße 6

Antisemitismus ist kein Randphänomen der Gesellschaft und nicht auf rechte Gruppierungen beschränkt. Antisemitische Semantiken tauchen auch dort auf, wo man sie vielleicht nicht vermutet. Während der Antisemitismus im rechten Spektrum
traditionell tief verankert und konstitutiv für das rechte Weltbild ist, kann dies für das linke Spektrum nicht behauptet werden.
Linke Selbstbeschreibungen der Gesellschaft nehmen in Anspruch nicht nationalistisch und zugleich antifaschistisch und nicht antisemitisch zu sein. Dennoch wird auch dort auf klassische Muster des Antisemitismus, wie die Täter-Opfer-Konstruktion und -Umkehr, die Konstruktion der jüdischen Fremdgruppe als Dritten und Repräsentant moderner Vergesellschaftung sowie Feind von „Gemeinschaft“ ebenso wie Personifizierungen und verschwörungstheoretische Zuschreibungen zurückgegriffen. Dies geschieht primär im Kontext von Thematisierungen des Nahostkonflikts sowie
antikapitalistischer und antiimperialistischer Positionierungen.
Jeder Antisemitismus etabliert dabei ein kollektives Selbst- und ein jüdisches Fremdbild und beabsichtigt die eigene Gruppenidentität, das „Wir“ gegen „das Fremde“, aufzuwerten.
Der Vortrag wird auf gegenwärtige Begründungsmuster des Antisemitismus im rechten, linken und islamistischen Spektrum und seine Zusammenhänge zur Gesamtgesellschaft eingehen.

DR. CLAUDIA GLOBISCH ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Universität Leipzig. Ihre Dissertation „Radikaler Antisemitismus. Inklusions- und Exklusionssemantiken von links und rechts in Deutschland.“ erscheint im
Oktober 2010 beim VS Verlag für Sozialwissenschaften.

 

14.05.10 - peter lang

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